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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 01:24 Uhr

Jugendarbeit : Pfadfindergruppe geplant

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Pastor Ingo Pohl sieht in der Schleusenstadt Brunsbüttel Bedarf in der offenen Jugendarbeit. TenSing-Konzept spricht bislang vorwiegend nur Mädchen an.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 17:00 Uhr

In Brunsbüttel gibt es ein gut funktionierendes TenSing-Konzept, das allerdings vorwiegend Mädchen anspricht. Weitere Jugendarbeit leisten das Mehrgenerationenhaus und der Südseiten-Treff. „Für Kids zwischen sechs und 16 Jahren gibt es trotzdem zu wenig Angebote“, meint Pastor Ingo Pohl. Er arbeitet jetzt fast zwei Jahre in der Brunsbütteler Kirchengemeinde und kennt somit die Situation vor Ort. „Eine offene Jugendarbeit für alle findet eigentlich nicht statt.“

Der 46-Jährige möchte daher eine evangelische Pfadfindergruppe ins Leben rufen. „Pfadfinder arbeiten konfessions-, milieu- und altersübergreifend“, erklärt Pohl. Dort gäbe es durch die einheitliche Kluft keine Überwertung von Markenkleidung und jeder kann sein Können und Wissen einbringen, ohne Standesdünkel und vorurteilsfrei. „Persönlichkeiten können sich entwickeln, unterschiedliche Talente werden gefördert und es werden keine finanziellen Mitgliedsbeiträge erhoben“, sieht der Pastor die Vorteile so einer Gruppe. Pfadfinder haben ihre eigene Sozialstruktur. Wölflinge werden zu Gruppenleitern, jüngere folgend den großen Geschwistern. Die Gruppe trägt sich nach einiger Zeit fast selber und führt zu Synergieeffekten mit der Kommune. „Pfadfinder können bei Stadtfesten oder ähnlichem eingebunden werden“, hat Ingo Pohl bereits weitergedacht und Kontakt zur Stadt aufgenommen.

„Natürlich muss eine sozialpädagogische Fachkraft die Leitung übernehmen“, sieht Pohl auch die bürokratische Seite. Kirchenkreis und Kirchengemeinde haben vor kurzem bereits einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der eine je 25-prozentige Finanzierung vorsieht. Die Jugendpädagogenstelle wird im Jugendwerk Kirchenkreis angesiedelt und in verschiedene Jugendprojekte, wie Gottesdienste und Konfirmandenfreizeit, eingebunden werden. Da eine Fachkraft für eine halbe Stelle schwer zu gewinnen ist, hat Pohl der Stadt die andere Hälfte angeboten. Doch die Ratsversammlung sieht weder die Möglichkeit noch einen Bedarf für eine zusätzliche halbe Stelle in der Stadt (wir berichteten).

Ingo Pohl gibt aber noch nicht auf. Er versucht jetzt, die restlichen 50 Prozent für wenigstens fünf Jahre durch Spenden aufzubringen. Ein Platz für die Treffen der Pfadfinder ist bereits gefunden. „Wir investieren nicht nur in steinerne Mauern, sondern auch in Menschen und somit in die Kommune“, fasst Pohl zusammen. In Bürgermeister Stefan Mohrdieck hat Ingo Pohl einen Mitstreiter gefunden, der dem Unternehmen positiv gegenüber steht und seine Unterstützung zugesagt hat.

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