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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Neuer Stamm : Pfadfinder für Brunsbüttel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jetzt ist die „Versorgungslücke im Brunsbütteler Seelenleben“ geschlossen: 22 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gründeten den Pfadfinderstamm für Brunsbüttel.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 12:06 Uhr

Zwei Jahre hat es gebraucht, gestern war es soweit: In der Jakobuskirche wurde die Schleusenstadt zur Pfadfinder-Gemeinde. 22 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alter von sieben bis 26 zählt der frisch gegründete Pfadfinderstamm Brunsbüttel. Die Nachbarstämme aus der Wilstermarsch, Albersdorf und Heide kamen, um bei der Gründung dabei zu sein und um den Gottesdienst mit zu gestalten. Pastor Klaus Struve sprach von einem „historischen Tag für die Stadt Brunsbüttel“ und begrüßte Propst Andreas Crystal, Bürgermeister Stefan Mohrdieck und Bürgervorsteherin Karin Süfke unter den mehr als 200 Menschen in der Kirche. Unter ihnen auch viele stolze Eltern der jungen Brunsbütteler Pfadfinder.

Pastor Ingo Pohl, der vom Scheitel bis zur Sohle im Pfadfinderornat auftrat, hatte bei Dienstantritt 2012 die „Versorgungslücke im Brunsbütteler Seelenleben“ entdeckt und seither seine ganze Energie in die Gründungsvorbereitung eines Brunsbütteler Stammes gesteckt. Sein „Hauptgewinn“ war dabei der Burger Zimmermann David Göttsche. Der 26-Jährige ist seit 14 Jahren Pfadfinder mit Leib und Seele und wird sich jetzt hauptberuflich um Brunsbüttels jungen Stamm kümmern.

Göttsche hielt auch die Predigt mit der Interpretation der Heilung des Gelähmten durch Jesus. Das Problem war, den Gelähmten zum Herrn in dessen Hütte zu bringen. Durch die Tür passten der Gelähmte und die ihn tragenden Männer nicht. So bauten sie kurzerhand das Dach ab und ließen den Gelähmten von oben zum Herrn hinunter. Der sprach und heilte, durch die Tür ging es gesund hinaus. Göttsche sah in der Kreativität und Hilfsbereitschaft der Träger des Gelähmten den Geist der Pfadfinder bereits vor 2000 Jahren in der Bibel. „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder“, schloss Göttsche, der gemeinsam mit Pastor Pohl den jungen Pfadfindern ihr erstes Tuch und ihr Stammeszeichen übergab. Den Müttern der Pfadfinder zeigte Göttsche, wo dies aufzunähen ist auf dem grünen Pfadfinderhemd. Zudem belehrte er: „Das Hemd darf gewaschen werden, das Tuch niemals.“

Propst Crystal startete den Grußwortreigen. Selbst einst Pfadfinder kam auch er in grünem Hemd und Tuch daher. „Hier ist mindestens von zwölf Sommerlagern die Speisekarte drauf“, meinte er mit Blick auf sein altes Tuch. Dem Heider Stamm übergab der Propst einst 200 Euro als Anschubfinanzierung, für die Brunsbütteler hatte er nur einen Gutschein über zehn Euro dabei. Nach kurzer Kunstpause, in der sich tiefe Enttäuschung auf den Gesichtern ausbreitete, zauberte der Propst dann die Freude zurück ins Haus, indem er erklärte, zehn Euro für jedes Brunsbütteler Stammesmitglied. Zudem können die Brunsbütteler bis Ende 2015 selbst den Zeitpunkt wählen, wann sie das Geschenk einfordern. Sollte es den Brunsbüttelern bis dahin gelingen auf 70 Mitglieder zu kommen, gibt es 700 Euro.

„Herr Mohrdieck, das können Sie noch toppen“, sagte Crystal und übergab an den Bürgermeister. „Ich habe keinen Scheck dabei“, entgegnete Mohrdieck. Er habe aber dafür gesorgt, dass den Pfadfindern „von anderer Stelle Geld zufließt“. Von wem die Summe stammt und wie hoch sie war, verriet der Bürgermeister jedoch nicht.

Anschließend gab es die Erstausstattung. Mit Fahne, Kochtopf und Axt traten die Nachbarstämme vor. Die Axt übergab Tanja Sievers aus Heide an Melvin Schwark, jüngstes Mitglieder im Stamm Brunsbüttel. Mit einem Abendmahl endete der Gründungsgottesdienst. Ab jetzt dürfen Brunsbüttels Pfadfinder zeigen, wie sie den Geist der Pfadfinderbewegung in der Schleusenstadt mit Leben erfüllen.

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