Petra Becker zeigt "Glückstädter Gesichter"

'Die Pingels': Das sind Margret und Ingo Klapper. Die Glückstädter  inspirierten Petra Becker zu den Fotos.  Foto: Becker
1 von 2
"Die Pingels": Das sind Margret und Ingo Klapper. Die Glückstädter inspirierten Petra Becker zu den Fotos. Foto: Becker

Fotoausstellung über Menschen aus Glückstadt ab dem 26. September im Provianthaus.

shz.de von
02. September 2009, 03:59 Uhr

Glückstadt | Als Petra Becker vor fünf Jahren das erste Mal die Schlachterei "Pingel" betrat, kam ihr ein Gedanke. Die Fotografin wollte die Inhaber Ingo und Margret Klapper fotografieren. Zunächst blieb es bei der Idee. Was Petra Becker als gebürtige Berlinerin auch beeindruckte: "Bei Pingel wird nicht nur gekauft, da wird auch geschnackt."

Vor einigen Wochen zog die Foto-Journalistin aus der Lüneburger Heide ganz nach Glückstadt. Und sie fragte "die Pingels", ob sie sich fotografieren lassen würden. Petra Becker durfte.

Inzwischen ist eine ganze Serie mit Portraits von Glückstädtern entstanden. Mit dabei sind auch die Schwimmmeister Rüdiger Kalies und Alfred Willms. Ihnen muss das Foto-Shooting einen unglaublichen Spaß gemacht haben - so sieht es auf den Bildern zumindest aus.

Petra Becker zeigt ihre großformatigen Bilder ab Sonnabend, 26. September, im Provianthaus. Zu sehen sind die Fotografien bis einschließlich Sonntag, 18. Oktober, jeweils sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

Die Bilder haben eine besondere Ausstrahlung. Dies liegt nicht nur an den Akteuren, sondern auch an der Fotografin, die einen ganz eigenen Stil hat.

Petra Becker arbeitet für renommierte Zeitschriften. Unter anderem für den "stern", "Country", "Feinschmecker" und "Merian".

Die 52-Jährige ist gebürtige Berlinerin. Dort lernte sie den Beruf der Fotografin. Mit 22 Jahren kam sie nach Hamburg und arbeitete als Assistentin bei dem bekannten Fotografen F.C. Gundlach. Mit dieser hervorragenden Grundlage machte sie sich danach als Foto-Journalistin selbstständig. Die vergangenen acht Jahre lebte sie in der Lüneburger Heide und teils am Wochenende in Glückstadt bei ihrem Lebensgefährten. In diesem Jahr entschied sie sich, ganz in die Elbestadt zu ihm zu ziehen. Und durch Zufall lernte sie Babette Thienemann kennen, die ein Redaktionsbüro am Markt 10 neben der Kirche hat. Die beiden gründeten eine Bürogemeinschaft.

In Glückstadt häufiger unterwegs, entdeckte Petra Becker bei ihren Einkäufen die Menschen, die sie letztlich ablichtete. In einem türkischen Geschäft ist ihr prüfender Blick einer Angestellten aufgefallen. Die junge Bedienung fragte: "Haben Sie etwas auf dem Herzen?" Petra Becker hatte - die Fotos wurden schön. Interessant fand sie, dass die junge Türkin ihr sagte: "Ich bin eine waschechte Glückstädterin."

Jedes Bild bekommt von der Fotografin neben den Angaben, um wen es sich handelt, auch eine Unterschrift. "Diese ist die Bedeutung, die das Bild für mich hat." So wird es "Die waschechte Glückstädterin", "Die Pingels" und weitere Titel geben. Wer alles gezeigt wird, soll eine kleine Überraschung werden.

Den "Pingels" machte das Fotoshooting viel Spaß. "Es war toll, die Zeit verging so schnell", sagt Margret Klapper (49). Sie lernte bei "Pingel" Fleischereifachverkäuferin und lernte dort Fleischermeister Ingo Klapper kennen. Im August 1988 übernahmen beide das Geschäft in der Schlachterstraße.

Für ein Foto "habe ich meiner Frau symbolisch eine Wurstkette umgehängt", erzählt er vom Fototermin. Das Hobby des 52-Jährigen ist das Angeln - obwohl er selbst keinen Fisch isst. Auch so porträtierte Petra Becker den Glückstädter. Eine Inszenierung - eine Geschichte ins Bild gesetzt. Die Ausstellung trägt den treffenden Namen "Glückstädter Gesichter".

.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen