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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 23:28 Uhr

Afrika-Besuch : Perspektiven für junge Frauen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tansanische Gäste besuchen den Kellinghsuener Rafiki-Verein. Freitag Vortrag über fairen Handel, Lebensalltag sowie die beruflichen Aussichten.

von
erstellt am 21.Jan.2014 | 16:45 Uhr

Besuch aus Tansania ist in der Störstadt: Pracseda Towo und Esther Mlaki aus der Partnergemeinde Mrimbo trafen zu einem zehntägigen Besuch ein. Die meiste Zeit werden die Rafiki-Repräsentantinnen in Kiel am Regionalen Bildungszentrum Wirtschaft verbringen, wo auch Rafiki-Chef Oliver Zantow als Lehrer tätig ist. „Wir veranstalten gerade ein großes Projekt zum Thema Bildung für Nachhaltigkeit“, erklärt Zantow. Gefüllt ist der Terminkalender der Tansanerinnen außerdem mit Netzwerk-Terminen an verschiedenen Schulen im Land. Fest eingeplant aber auch eine Veranstaltung in Kellinghusen: Am Freitag, 24. Januar, von 14 bis 16 Uhr sind die Frauen im Eine-Welt-Shop und Café zugegen. Bei tansanischen Snacks können Besucher sich über fairen Handel, den Lebensalltag sowie die beruflichen Perspektiven in der Kilimanjaro-Region informieren.

Als zentrales Anliegen in der (Bildungs)-Arbeit von Rafiki sollen überdies Frauenfragen thematisiert werden. Ein Beispiel dafür geben die Besucherinnen selbst ab. Pracseda Towo stellt ihre Fähigkeiten als umsichtige und zuverlässige Rafiki-Mitarbeiterin in Afrika schon seit geraumer Zeit unter Beweis. Von Beginn an war sie in das Rafiki-Bildungsprojekt des Baus einer weiterführenden Schule einbezogen. Nachdem am „Kiumako“-Bildungszentrum die Lehrarbeit aufgenommen wurde, leistete sie auch dort Rahmen eines Teilzeitjobs wertvolle Arbeit.

Die funktionierende Kommunikation mit Pracseda Towo und deren oftmals unbürokratisch schnelle Reaktion sei für Rafiki nicht hoch genug einzuschätzen, so Zantow. Vielerlei Schwierigkeiten und Probleme mit immer neuen gesetzlichen Vorgaben seien von Deutschland aus nur schwer zu regeln. Als Beispiel nennt er einen jüngsten Vorfall, wo das Schulgrundstück plötzlich für zu klein erachtet wurde. Dank der Rafiki-Vertreterin vor Ort konnte die Hürde unkompliziert genommen werden. „Sie hat sofort mit einem anliegenden Farmer verhandelt und das Problem aus der Welt geschafft.“ Jetzt, wo die Schule ihre Arbeit aufgenommen hat, soll die Mitarbeiterin eine Vollzeitstelle bekommen: „Pracseda Towo wird beim ‚Kiumako‘-Bildungszentrum angestellt und übernimmt dort den Aufbau der Verwaltung.“ Bis zur offizielle Anerkennung – die Unterlagen warten in Daressalaam auf die letzten Stempel – wird der Rafiki-Verein ihr Vertragspartner sein, anschließend die Schule.

Als weitere neue Mitarbeiterin begrüßt Zantow Esther Mlaki. Die 25-jährige alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohns wird künftig für die Betreuung der wachsenden Zahl von Praktikanten zuständig sein. „Unser Anliegen ist, genau diesen jungen Frauen in ländlicher Region eine berufliche Perspektive zu bieten und sie über ein regelmäßiges Einkommen unabhängig zu machen“, unterstreicht Zantow. In ihrem neuen Job ist es Esther Mlakis Aufgabe, jungen Lehramtsanwärtern während ihres mehrwöchigen Praktikums zur Seite zu stehen. „Eine verstärkte Nachfrage verzeichnen wir auch für die einjährigen Weltwärts-Praktia sowie von der FH-Kiel“, freut sich Zantow. Aus Erfahrung weiß er, dass es nicht einfach ist, sich in einem völlig anderen Kulturkreis zurecht zu finden. „Schon kleine Dinge können in Afrika zu großen Problemen führen.“

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