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Suchtprävention : Personalnot im Gesundheitsamt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreis Steinburg: Für die wichtige Vorbeugungsarbeit fehlen die Mitarbeiter. Auch die Aidsberatung liegt brach. Jetzt soll externe Beratung hinzugekauft werden.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 11:30 Uhr

Die Suchtprävention in den Schulen liegt weitgehend brach und auch die Aidsberatung ist unterversorgt. Auf diesen personellen Notstand wies jetzt die stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Ulrike Gundlach, in einer Sitzung des Sozialausschusses hin. In den vergangenen Jahren waren diese Bereiche intensiv und auch erfolgreich abgearbeitet worden. Die dafür zuständigen Mitarbeiterinnen haben sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Eine Nachbesetzung steht aus – und soll auch nur teilweise erfolgen. „Man sollte die Lage im Kreis einmal besprechen und sich fragen, ob man sich dem Thema nicht intensiver widmen sollte“, hob Gundlach mahnend den Finger. Aufmerksam geworden ist auch schon die Politik. Die aber trägt an der Situation selbst eine Mitverantwortung. Nach einer Vorgabe aus dem Hauptausschuss sollte bei kostenträchtigen Personalentscheidung nämlich Zurückhaltung geübt werden.

Wie der für das Gesundheitsamt zuständige Dezenernt, Dr. Hans Treinies, erläuterte, habe es zudem zum Jahresbeginn massive Kritik von Seiten des Landesrechnungshofes gegeben. Danach sei das Kreisgesundheitsamt im Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen und im Vergleich zu anderen Landkreisen überbesetzt. Seitdem werde nach neuen Konzepten gesucht. Eine Möglichkeit: Die Beratungsaktivitäten werden privatisiert, also an externe Unternehmen vergeben. Ganz verabschieden kann sich der Kreis aus den Aufgaben ohnehin nicht. Die vorbeugende Beratung ist eine gesetzliche Verpflichtung. Offen bleibt dabei, in welchem Umfang sie angeboten werden muss. Treinies: „Theoretisch reicht das Aufhängen von Plakaten aus.“

Damit will sich beim Kreis aber auch keiner zufrieden geben, zumal mit der Beratungsarbeit der vergangenen Jahre die Messlatte recht hoch gehängt wurde. Ulrike Gundlach: „Wir haben fachlich eine sehr gute präventive Arbeit geleistet.“ Bleibt das akute Personalproblem. Unterm Strich sind 1,78 Planstellen für diesen Bereich unbesetzt. Lediglich eine Stelle soll nachbesetzt werden. „Dafür hat es aber noch nicht einmal eine Stellenausschreibung gegeben“, so Gundlach. Bis die Arbeit also zumindest in Teilen wieder aufgenommen werden kann, dürften noch mehrere Monate vergehen. Bis dahin will man im Kreisgesundheitsamt mit dem vorhandenen Personal zumindest auf Sparflamme weitermachen. Sehr viel besser, so wurde deutlich, wäre ein geordneter Personalwechsel gewesen. „Für eine warme Übergabe mit entsprechenden Einarbeitungszeiten ist aber kein Geld da“, machte Dr. Treinies noch einmal deutlich, wo der eigentliche Schuh drückt.

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