Beringung in Puls : „Personalausweis“ für Jungstörche

Interessante Aktion: (v.l.) Hannes, Fidde und Lara schauen beim Beringen der Jungstörche genau zu.
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Interessante Aktion: (v.l.) Hannes, Fidde und Lara schauen beim Beringen der Jungstörche genau zu.

Ehrenamtler Jörg Heyna sorgt in Puls dafür, dass der Lebensweg der Störche verfolgt werden kann.

shz.de von
01. Juli 2018, 08:00 Uhr

Großes Interesse zeigten die Einwohner der Gemeinde Puls, die sich zur Beringung der Jungstörche eingefunden hatten. Erst vor wenigen Wochen waren die Vögel geschlüpft und erhielten nun vom ehrenamtlichen Weißstorchgebietsbetreuer und Storchenvater Jörg Heyna ihren „Personalausweis“. Eigentlich beringt Heyna die Tiere in ihrem Horst. Dieses Mal aber wollte er insbesondere den jüngsten Einwohnern das Beringen zeigen und dessen Sinn erklären.

Der Pulseraner Uwe Boie hatte bereits Anfang April die Ankunft der Jungstörche beobachtet, die nur wenige Wochen später mit dem Brüten begannen. „Ich schätze, dass die beiden Jungtiere jetzt rund fünf Wochen alt sind“, sagte Heyna, während er am jeweils rechten Bein der Jungstörche einen Elsa-Ring (European Laser Signed Advanced Ring) unterhalb des Sprunggelenks anbrachte. Das war einfach, denn Störche fallen in dem Moment, in dem sich ein Feind nähert, in eine Art Schockstarre, die so genannte Akise. „Um den geringsten Anreiz für den Feind zu bieten, drücken sie sich die Tiere flach und regungslos in ihr Nest und täuschen den Tod vor“, erklärte der Storchenvater.

Gleichzeitig nutzte er die Starre aus, um die Jungtiere zu untersuchen. „Das Gefieder sieht gut aus, auch der Schnabel ist sauber und die Nasenlöcher sind frei“, lautete die Diagnose. Allerdings hatte einer der Störche eine schwarze Schwanzfeder. „Eine Laune der Natur“, sagte Heyna. Das Geschlecht lasse sich allerdings bei Jungstörchen nicht mit bloßem Auge erkennen. „Dazu müsste ein genehmigungspflichtiger DNA-Test gemacht werden, der für die Tiere noch mehr Stress bedeutet und unnötig teuer wäre.“ Auch erklärte er, dass die Ringnummern senkrecht angeordnet seien und mit einem Teleskop bis auf etwa 200 Meter Entfernung abgelesen werden können.

Die Daten über die Jungtiere und deren Ringnummern werden in den Beringungszentralen, wie auf der Vogelwarte Helgoland und in Wilhelmshaven, gespeichert. Dadurch lasse sich der Lebenslauf der Vögel, deren Ansiedlung oder Aufenthalt mit Partner leicht feststellen. So konnte der in Puls vor fünf Jahren gesichtete und beringte Storch namens Krummschnabel im Januar vergangenen Jahres im spanischen Pinto lebend und gesund gesichtet werden.

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