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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 04:27 Uhr

Per Funk einmal um die Welt

vom

Interessierte sind eingeladen, am Wochenende Amateurfunkern bei ihrem Hobby zuzusehen

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Glückstadt | Peter Hecht kann perfekt morsen. Der 64-jährige Glückstädter ist auch leidenschaftlicher Funker. Er ist am Wochenende an der Nordermole und möchte Interessierten zeigen, wie weltweit gefunkt wird. Ob Kanada, Hawaii, Naher Osten oder Glückstadt - an Stationen in aller Welt gehen am Wochenende Funkamateure auf "Kurzwellenjagd". Alle funken von Leuchttürmen aus oder haben ihre Anlagen in die unmittelbare Nähe gebracht. Zudem wird von Schiffen gefunkt.

Peter Hecht und fünf weitere Funker sind beim "International Lighthouse Lightship Weekend" dabei. Die Idee, daran teilzunehmen hatte Jürgen Schanze (57). Vor Ort sind auch Prof. Dr. Ulrich Gerlach, Gustav Tietje, Dr. Alexander Iwanoff und Dr. Klaus Krawutschke. Sie alle kommen aus dem Kreis Steinburg und sind im Itzehoer Funker-Club DARC aktiv.

Freitag kommen die Funker mit zwei Wohnmobilen, um neben dem Leuchtfeuer an der Nordermole Station zu beziehen. Dort bauen sie auch die Antennen auf. Richtig los geht es in der Nacht zu Sonnabend, Null Uhr, bis Sonntagnacht, Null Uhr. In dieser Zeit funken sie weltweit.

Wer Interesse hat, ist eingeladen, die Gespräche mitzuhören. Ulrich Gerlach: "Wir erklären auch gerne die Technik. Wir sind rund um die Uhr vor Ort." Der 76-Jährige freut sich auf die weltweiten Verbindungen: "Das Erlebnis bringt die Menschen zusammen." So hatte er über Satellit regelmäßig Kontakt zu Mitarbeitern der Georg-von-Neumayer-Station, der Überwinterungsstation der Bundesrepublik Deutschland in der Antarktis. Für den Diplom-Ingenieur ist nicht nur das Funken wichtig - für ihn geht es bei seinem Hobby auch um "technische Basteleien".

Das sieht auch Jürgen Schanze so, der gerne einen typischen Funker-Witz erzählt: "Nach dem Zähneputzen wird gleich der Lötkolben in die Steckdose gesteckt." Der Reiz des Funkens sei es, nette Menschen kennenzulernen. "Und das weltweit." In Erinnerung ist ihm der Einsatz vor kurzem im Hochwassergebiet in Lauenburg. "Dort haben wir nachts die Bundeswehr abgelöst." Er war dort ehrenamtlich im Einsatz als Katastrophenschutzfunker des Kreises Steinburg. Während jeder für sich seine eigenen Schwerpunkte hat, gilt Gustav Tietje (79) als "Praktiker". Der gelernte Maschinenschlosser "rührt überall mit". Alle sind sich einig, dass das Funken trotz anderer moderner Techniken noch immer seine Berechtigung hat. "Es ist abhörsicher", erklärt Ulrich Gerlach.

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