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Glückstadt : Pentz-Bild hängt wieder im Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Das größte barocke, monumentale Reiterbild in Schleswig-Holstein ist frisch restauriert. Spendengelder ermöglichen das Projekt

von
erstellt am 17.Mär.2016 | 05:00 Uhr

„Wie es duftet“, schwärmt Olaf Kuhn. Der Hausmeister trägt mit anderen ein Bild ins Foyer des Rathauses. Zwei mal vier Meter ist es groß. Noch ist es verpackt, doch der Farbgeruch steigt Kuhn in die Nase.

„So“ sagt sein Kollege Klaus Kühn, als sie das barocke Ölgemälde über die Treppe zum Standort an der Wand gewuchtet haben. Alle sind zufrieden mit dem bisherigen Transportes des Reitergemäldes von Grafen Marquardt von Pentz (1593-1627). Auch Peter von Gradolewski, der das fast 50 Kilogramm schwere Werk über Wochen in seinem Atelier in Kiel restauriert hat. „Wir müssen das Bild nur noch in den Rahmen hängen“, sagt der Restaurator. „Das geht schnell.“

Doch trotz sechs helfenden Männern dauert es dann doch etwas länger. Das Gemälde hängt zwar, aber muss wieder heruntergenommen werden, weil unten ein Holzkeil fehlt. Johannes Schwartkop vom Förderverein des Detlefsen-Musuems nutzt die Verschnaufpause, um einen Blick auf das restaurierte Kunstwerk zu werfen. „Ich erkenne jetzt so viele Details, die vorher nicht mehr zu sehen waren – zum Beispiel die einzelnen Soldaten. Jetzt fehlen nur noch zwei Lampen, um das Bild besser auszuleuchten.“

Zufrieden ist auch Peter von Gradolewski: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich die Arbeit lohnt.“ Es sei aber auch eine Herausforderung gewesen aufgrund der Größe. „Aber die ganze Farbenpracht ist wieder herausgekommen.“ Vorher war das Bild von einem grauen Schleier überzogen. „Jetzt kann ich mich in jedem Detail verlieren.“ Ob Soldaten, Flaggen, Rüstung, Kleidung oder die verschiedene Darstellung der Pferde: „Die Wahrnehmung ist eine ganz andere. Das Bild hat wieder eine Konturenschärfe, die szenischen Darstellungen kommen wieder zur Geltung.“

Norbert Meinert, Vorsitzender des Museums-Vereins, hat seine Kamera dabei, um die Arbeiten festzuhalten. „Das hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagt er zum Anblick. Der Verein hat 2000 Euro zur Restauration dazugegeben. 9000 Euro hat es gekostet, hinzu kommen 2000 Euro für den Spezialtransport. 4200 Euro kommen aus Spenden zusammen, Stadt und Landesdenkmalamt beteiligen sich mit je 3400 Euro, der Rest kommt von Sponsoren. Den Transport bezahlt der Verein „De olen Primoners“ .

Mittlerweile hängt das Ölgemälde, alle sind glücklich. Und erst jetzt kommt die Initiatorin des Projektes: Ruth Möller. „Majestätisch!“, sagt sie begeistert. Und verrät, dass sie extra später gekommen ist, um ihre Nerven zu schonen. „Ich mochte nicht mit ansehen, wie es aufgehängt wird.“

Sie freut sich, dass das größte barocke, monumentale Reiterbild in Schleswig-Holstein zur 400-Jahr-Feier der Stadt in neuem Glanz im Rathaus hängt.

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