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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 14:22 Uhr

Schulobst : Pausenapfel als Zankapfel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt soll das Schulobst für Grundschulen finanzieren – damit sind nicht alle Politiker einverstanden.

Ein Apfel am Tag erspart den Doktor – so sagt es das Sprichwort. Äpfel sind gesunde Multitalente. Davon sollen auch die Schüler profitieren. Deshalb wurde im Jahr 2012 vom Bauernverband und dem Kreis-Landfrauenverband der „Steinburger Pausenapfel“ eingeführt. Sechs der 27 Grundschulen im Kreis erhielten kostenlos ihren Schulapfel.

Im Schul- und Kulturausschuss stand das Thema nun auf der Tagesordnung. Denn Bauern- und Kreislandfrauenverband sind an die Stadt herangetreten, um über die künftige Finanzierung des Projekts an den Itzehoer Schulen zu verhandeln. Neben der Fehrs-Schule, die bereits 2013 mitmachte, haben auch die Grundschulen in Sude-West und Edendorf Interessen angemeldet. Für alle drei kämen Kosten in Höhe von 2875 Euro zusammen. Dafür erhielten die Fehrs-Schule von November bis März etwa 80 Äpfel pro Schultag, die Grundschule Edendorf 25 und die Schule Sude-West zehn.

Das Projekt an der Fehrs-Schule sei gewachsen, erläuterte Schulleiterin Kerit Christensen-Schultz-Collet. Ursprünglich hätten die Eltern entschieden, den Apfel zu kaufen, seit den Sommerferien sei er vom Bauernverband gesponsert worden. „Wir schneiden die Äpfel auf und teilen sie in den Klassen auf, so dass jeder etwas bekommt.“ Der Bedarf wäre noch viel höher.

Im Ausschuss wurde der Pausen- schnell zum Zankapfel. Insbesondere Heinrich Kracht (CDU) mochte sich nicht mit der Idee anfreunden, dass die Stadt das Obst finanzieren soll. Natürlich sei er für gesunde Ernährung, gerade für Kinder, betonte er. Doch die Stadt habe keinen Goldesel. „Was ist, wenn auch andere Schulen dazu kommen – dann wird es immer teurer.“ Zudem solle müsse man auch an die Verantwortung der Eltern appellieren. „Es gefällt mir nicht, die Eltern außen vor zu lassen. Schule kann nicht alles leisten.“

Die Kritik müsse ans Land gehen, meinte Jürgen Stahmer (SPD). Denn das Land beteilige sich nicht an einem entsprechenden Schulobstprogramm der EU.

Man sei einer „riesigen Marketingaktion aufgesessen“, stellte Dr. Ralf Schwedler fest. „Als es eine große Apfelernte gab, wurden die Äpfel verschenkt, jetzt ist die Ernte schlecht, da verschenkt keiner mehr was.“

Günter Wolter (IBF) erinnerte daran, dass es viele Schüler gebe, „die ohne irgendwelche Verpflegung“ in die Schule geschickt werden. Und Haike Struve (UWI) führte den sozialen Aspekt an: Den Kindern werde nicht nur gesunde Ernährung nahe gebracht, „sie lernen auch zu teilen“.

Auch Dr. Kirsten Lutz (DAF) plädierte dafür, mit gutem Beispiel voran zu gehen – und startete zugleich einen Aufruf an alle Eigentümer von Apfelbäumen, Obst an die Schulen zu spenden.

Natürlich sei es Sache der Eltern, meinte Christensen-Schultz-Collet. „Aber bei einigen stoßen wir auf taube Ohren. Es geht darum, auch diese Kinder mit ins Boot zu holen.“ Die Mittagsverpflegung zeige, dass ein Lern- und Gewöhnungseffekt einsetze: „Die Kinder essen jetzt Fisch und Gemüsesorten, von denen sie vorher nicht mal wussten, dass es sie gibt.“

Am Ende setzte sich ein Kompromissvorschlag von Ausschuss-Vorsitzender Eva Gruitrooy (Grüne) durch. Diese regte an, das Ganze auf das Jahr 2014 zu befristen. Außerdem machten die Politiker die Beteiligung der Stadt von einer Co-Finanzierung durch den Bauernverband abhängig.

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erstellt am 12.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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