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Kirchen-Jubiläum : Pauluskirche wird 100 Jahre alt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die evangelische Gemeinde in Brunsbüttel hat allen Grund zu feiern: Vor 100 Jahren wurde das Gotteshaus an der Kautzstraße fertiggestellt.

„Der allmächtige Gott, in dessen Namen wir heute den Grundstein zu unserem Gotteshause legen, wolle, […] dass unser Bau vollendet werde und viele Jahrhunderte lang Zeugnis gebe von Seinem großen Namen […].“ So steht es im letzten Absatz der Urkunde zur Grundsteinlegung der Pauluskirche am 26. April 1914. Bereits ein Jahr später war das Gotteshaus fertig und konnte eingeweiht werden. In diesem Jahr feiert die Kirchengemeinde Brunsbüttel daher den 100. Geburtstag der Pauluskirche und lädt alle ein: „Feiern Sie mit uns!“

Bereits seit einem halben Jahr plant eine Arbeitsgruppe das Jubiläumsprogramm, hat alte Fotos, Urkunden und Schriften gesichtet, wie Pastor Klaus Struve berichtet. Die Pauluskirche wurde im 1. Weltkrieg gebaut und überstand auch den 2. Weltkrieg ohne Beschädigungen. Ihre Geschichte ist eng mit dem Kanalbau verbunden, denn die Kaiserliche Bauverwaltung hatte im Gartenstadt-Stil das Brunsbütteler Beamtenviertel aufgebaut, allerdings stand kein Gotteshaus für die Bewohner zur Verfügung. Im Jahr 1910 wurden das Pastorat mit Konfirmationssaal errichtet und ein neuer Friedhof angelegt. Die Baupläne für die Kirche waren zwar fertig, doch diente der Saal vorerst als Kirche, da die Gemeinde kein eigenes Vermögen zum Kirchenbau hatte. Drei Jahre später waren die Baukosten in Höhe von 92  000 Mark aufgebracht. Die Summe setzte sich aus einem „kaiserlichen Gnadengeschenk“, Beihilfen des Reichsamtes des Inneren und des Königlichen Konsistoriums zusammen, die Kirchengemeinde selbst brachte 28  000 Mark auf. Es entstand ein Gebäudeensemble, bei dem das Pastorat als Gemeindezentrum und die Kirche miteinander verbunden sind. „Das ist für die Zeit fast einmalig im Baustil“, weist Klaus Struve auf diese Besonderheit hin.

In den 50er Jahren fanden in der Kirche größere Umbauarbeiten statt, die den ursprünglichen Charakter stark veränderten, wie alte Fotos belegen. Im vergangenen Jahr wurde das Gemeindezentrum nach neuestem Standard und energetischen Gesichtspunkten saniert. „Wenn wir aber das Haus für Veranstaltungen nutzen wollen, muss in naher Zukunft im Kirchenraum etwas verändert werden“, sagt Jochen Driesnack. Er ist der dienstälteste Pastor in Brunsbüttel und sieht die Vor- und Nachteile der zwar beweglichen aber zu kompakten Kirchenbänke und des großen Raumes. „Außen sitzt im Mauerwerk an vielen Stellen die Feuchtigkeit, da macht sich das küstennahe Klima bemerkbar“, sieht Klaus Struve ein anderes Problem, das angegangen werden soll. „Dach und Fach“ müssen saniert werden, die Kosten betragen zirka 250  000 Euro. „Wir wollen mit der Stadt gemeinsam den Kirchplatz offener gestalten, was ja auch dem Nutzen der Kirchen entspricht“, führt Struve weiter aus.

„Es gibt viele Ideen, um die Kirche zeitgemäß für verschiedene Anlässe zu nutzen“, erklärt die Vorsitzende vom Kirchenvorstand, Dagmar Delventhal. Die gerade renovierte Jakobuskirche dagegen solle die klassische, traditionelle Kirche bleiben. Neben den Gottesdiensten finden in der Pauluskirche auch immer wieder weltliche Konzerte statt. „Unserer Gemeinde ist die Musik sehr wichtig, viele Entscheidungen in der Vergangenheit sind zugunsten der Musik gefallen“, erläutert Klaus Struve. Mit verschiedenen Chören und Bläsergruppen unter der Leitung von Kantorin Agnes Farkas sowie der TenSing-Gruppe ist die Kirchengemeinde Brunsbüttel gut aufgestellt. Auch der Förderverein „Freunde der Kirchenmusik“ in Brunsbüttel setzt sich für die Musikkultur im Gotteshaus ein. So verwundert es nicht, dass der Schwerpunkt beim Jubiläumsprogramm auf Konzerten unterschiedlicher Charaktere liegt.

Der Festakt zum 100. Kirchengeburtstag beginnt am 15. März um 10 Uhr mit einem Gottesdienst mit Silvia Krüger-Vogt (Sopran), der Kantorei Brunsbüttel und dem Bezirksbläserchor. Im Anschluss findet ein Empfang im Gemeindezentrum statt, und eine Fotoausstellung zeigt die Kirche „von damals bis heute“.

Der Veranstaltungsreigen präsentiert Kindermusicals, ein Jubiläumskonzert und ein Sommerfest, außerdem ein Benefizkonzert im Elbeforum für die Renovierung der Pauluskirche. „Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei, allerdings kosten die Karten für das Elbeforum 16 Euro im Vorverkauf, 20 Euro an der Abendkasse“, erklärt Dagmar Delventhal.

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