Pauluskirche von Feuchtigkeit bedroht

„Brunsbütteler Kirchen zum Vernaschen“ verteilten Merle Tiedje (li.) und Dagmar Delventhal an die Besucher des Benefizkonzerts.
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„Brunsbütteler Kirchen zum Vernaschen“ verteilten Merle Tiedje (li.) und Dagmar Delventhal an die Besucher des Benefizkonzerts.

Dach und Wände des 100 Jahre alten Gotteshauses müssen saniert werden / Benefizkonzert unterstützt das teure Vorhaben

shz.de von
12. Mai 2015, 10:54 Uhr

Mit rund 250  000 Euro beziffert Pastor Klaus Struve den finanziellen Aufwand, um die 100 Jahre alte Pauluskirche zu sanieren. Feuchtigkeit dringt ins Gemäuer ein. Noch in diesem Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Angedockt an das Kirchenjubiläum fand jetzt ein Benefizkonzert im Elbeforum statt. Die „Gospel Generations“ Brunsbüttel und der Gospelchor Pahlen spielten gemeinsam 3300 Euro ein. Geld, das in die Sanierungsarbeiten fließt.

Um die aufwändige Renovierung der Pauluskirche voranzubringen, trafen sich der Brunsbütteler Chor „Gospel Generations“ mit ihrem Leiter Sören Schröder und der Gospelchor Pahlen unter der Leitung von Andy Anderson und rissen das Publikum mit schwungvollen wie mit ruhigen Gospel und Spirituals mit. Die Solisten sorgten mit „Halleluja“, „Weeping“, „Amen“ und „You Raise Me Up“ für Gänsehautstimmung. Sören Schröder dankte nach insgesamt fast drei Stunden kraftvollem Gesang für die Aufmerksamkeit, die beiden Laienchören für den guten Zweck geschenkt wurde.

Klaus Struve freute sich über die vielen Gratulanten, die den 100. Geburtstag der „alten Dame Pauluskirche“ feiern wollten. Noch in diesem Jahr soll mit der Sanierung im Außenbereich der Pauluskirche begonnen werden. Der Zahn der Zeit habe am Mauerwerk und am Dach Spuren hinterlassen, beschreibt Struve den erwarteten Aufwand: Die Dachgauben lassen an den Übergängen zum Dach Feuchtigkeit durch, besonders am Turm seien Fugen im Laufe der Jahre freigespült worden – Regen könne leicht ins Mauerwerk eindringen. Kein Wunder, meint der Pastor: „Das Gebäude ist einer aggressiven Witterung und dem stetigen Verschleiß ausgesetzt.“ Das Ziel des ersten Bauabschnitts der Kirchensanierung sei daher ganz klar umrissen: „Wir wollen, dass keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann.“

Dies ist ein vergleichsweise einfach umzusetzendes Vorhaben, der nächste Abschnitt erfordert ein ganz anderes Vorgehen. Denn die Kirchengemeinde wolle das vor 100 Jahren eingeweihte Gotteshaus wieder zu dem machen, wozu die Planer des historischen Beamtenviertels die Pauluskirche auserkoren hatten, berichtet Struve: Kommunikations-Mittelpunkt im Quartier zu sein.

Das bedeutet, die Kirche soll nicht nur zum sonntäglichen Gottesdienst genutzt werden, sondern sich zum sozialen Treffpunkt inmitten der historischen und landesweit einmaligen Gartenstadt entwickeln. In der Vergangenheit war bereits bei großen Weihnachtsmärkten die Raumstruktur der Kirche genutzt worden. Mit einem neuen Lichtkonzept und einer flexiblen Bestuhlung könnte die Pauluskirche noch mehr geöffnet werden, beschreibt Struve die Ideen. Die sollen in ein Konzept einfließen, das dann den erhofften Segen von den kirchlichen Verantwortlichen ebenso bekommt wie die Zustimmung des Denkmalschutzes.

Klaus Struve ist überzeugt, dass das richtige Konzept die Öffnung der Pauluskirche als zentrumsnahe Anlaufstelle ermöglicht. Denn: „Wir haben ja in Brunsbüttel den Vorteil, zwei Kirchengebäude zu haben.“ Die historische Jakobuskirche in Brunsbüttel-Ort, deren Sanierung derzeit voranschreitet, wäre auch in Zukunft unverändert für Gottesdienste da. In der Pauluskirche könnten daneben Konzerte stattfinden sowie andere Veranstaltungen. Dies jedoch immer am christlichen Zweck des Gebäudes orientiert. Pastor Struve spricht von einer „Kultur-Veranstaltungs-Kirche“, deren besonderes Merkmal die Öffnung nach außen ist, um soziales Leben zu ermöglichen. Das wäre, sagt der Pastor, eine konsequente Fortsetzung der Arbeit des Wohnprojekts der Stiftung Mensch in der benachbarten Posadowskystraße.

Eine Neuheit in der Schleusenstadt stellte die Pralinenmanufaktur Wagner vor: Die „Brunsbütteler Kirchen zum Vernaschen“ konnten die 300 Gäste des Benefizkonzertes im Elbeforum probieren. Wagner Pralinen hatte in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde ein Praliné „Mousse au Chocolat“ kreiert, das mit Abbildungen der Paulus- und der Jakobuskirche geschmückt ist. Die Trüffel sind ab sofort bei der Tourist-Info am Gustav-Meyer-Platz, im Alten Pastorat in Brunsbüttel-Ort, bei der Buchhandlung Schopf und in der Weinhandlung Le Petit Maison erhältlich. Merle Tiedje vom Stadtmanagement und die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenrates, Dagmar Delventhal, verteilten im Foyer des Elbeforums Kostproben der Leckerei.

Die Festveranstaltungen zum Kirchenjubiläum gehen weiter. Am 31. Mai, 18 Uhr, gastiert das Wilsteraner Bläserensemble in der Pauluskirche. Und am 21. Juni wird ab 11 Uhr rund um das Gotteshaus ein großes Gemeindefest gefeiert.

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