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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 14:37 Uhr

neues projekt : Pastorat wird zum Trauerhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Diakonisches Werk übernimmt Immobilie in der Wilhelmstraße 4 von der Innenstadtgemeinde und plant Projekt für Kinder und Jugendliche.

von
erstellt am 09.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Bisher war es das Pastorat in der Wilhelmstraße 4. Doch Pastoren der Innenstadtgemeinde wohnen nicht mehr hinter der Jugendkirche St. Ansgar seit dem Abschied von Dr. Wolfgang und Susanne Lau. Jetzt hat das Haus einen neuen Eigentümer: Das Diakonische Werk Rantzau-Münsterdorf zieht ein.

Die Innenstadtgemeinde hatte drei Pastorate, aber nur noch zwei Pastoren. „Dieser Gebäudebestand ist einfach nicht wirtschaftlich zu behalten“, sagt Pastor Björn Schneidereit, Vorsitzender des Kirchengemeinderates. So kam das Ansinnen der Diakonie gerade recht.

Diese wolle ihre Präsenz im Kreis Steinburg stärken, sagt Geschäftsführer Thorsten Sielk. In der Wilhelmstraße 4 fand sich die passende Immobilie für ein „komplett neues Angebot“: Ein Trauerhaus für Kinder und Jugendliche soll aufgebaut werden. Zwar gebe es Begleitung durch Pastoren oder Hospizdienste, sagt Sielk. „Das Hilfsangebot endet aber meistens mit der Beerdigung oder kurz danach.“ Der Bedarf für das Trauerhaus habe sich in der Kinder- und Jugendhilfe gezeigt. In den Familien entstünden manchmal Probleme aus unbewältigter Trauer.

In der Wilhelmstraße ist pädagogische und therapeutische Betreuung geplant unter Leitung von Diakonin, Sozialpädagogin und Trauertherapeutin Sandra Köster. Das sei der wesentliche Unterschied zur „guten, wichtigen und richtigen Arbeit“ des Hospizdienstes, ein solches Trauerangebot wie von der Diakonie gebe es im Land noch nicht. Für drei Jahre hat die Aktion Mensch eine Förderung zugesagt– „eine schöne Bestätigung“, so Sielk.

Ab Januar soll das Vorhaben breiter präsentiert und ein Netzwerk aufgebaut werden, die eigentliche Arbeit soll im Frühjahr starten. Zuvor muss das Haus, dessen linker Bereich weiter zu Wohnzwecken genutzt wird, für die Zwecke renoviert und hergerichtet werden. Therapieräume für Werken, Malen und Singen sollen entstehen, wenn die Umnutzung des Gebäudes genehmigt ist. Das Erdgeschoss wird laut Sielk barrierefrei, „und wir sind auch glücklich, dass wir einen Garten dabei haben“.

Das Haus sei gut geeignet von den Räumen und der Lage her: innenstadtnah, aber nicht direkt im Zentrum. Schön sei, dass das übergemeindliche Angebot bei einer Gemeinde angebunden werde, und das auch noch im Umfeld der Jugendkirche. Da kann Pastor Schneidereit nur zustimmen: „Wir finden, dass es inhaltlich sehr gut zur Jugendkirche passt.“ Denn bei der Trauer handele es sich um ein Lebensthema, das in der Gesellschaft aber keine große Rolle spiele.

Bleibt die obere Etage. Indirekt wird es auch dort um Kinder gehen: Die Angebote der Projekte „Frühe Hilfen“ und „wellcome“ laufen weiter in der Evangelischen Familienbildungsstätte, doch für Büros ist dort kein Platz. Diese bekommen die Mitarbeiterinnen, die ambulant Familien mit kleinen Kindern betreuen, in der Wilhelmstraße. Auch dieses Projekt wächst: Seit diesem Monat ist eine zweite Familienhebamme im Einsatz.

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