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Kirchengemeinde : Pastor für die kleinen Leute

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jochen Driesnack stand vor 25 Jahren das erste Mal auf der Kanzel in Brunsbüttel. Am 1. Advent feiert der 55-Jährige sein Dienstjubiläum in der Pauluskirche.

Jubiläum: Seit 25 Jahren predigt Jochen Driesnack Gottes Wort in der Schleusenstadt, am 3. Dezember 1989 hielt der Pastor seinen ersten Gottesdienst in Brunsbüttel.

Er wollte gerne seinen Dienst „am Wasser“ antreten und kam nach seinem Vikariat von Hamburg-Wilhelmsburg nach Brunsbüttel, wo er mit seiner Frau in das Pastorat auf der Südseite zog. „Dort habe ich 15 Jahre Stadtteilarbeit geleistet.“ Als Dienstältester der vier Brunsbütteler Pastoren hat der 55-Jährige zahlreiche Neuerungen in der Schleusenstadt miterlebt. „Als ich anfing, gab es mit Brunsbüttel-Ort, der Pauluskirche, dem Albert-Schweitzer-Haus und dem Pastorat in der Kanalstraße vier Gemeindezentren“, erinnert Jochen Driesnack. Zu seinem Gebiet gehörte auch die Kanalkippe in Brunsbüttel-Nord, wo er im Nachbarschaftstreff mitgearbeitet hat. „Auf der Südseite hatten wir damit keinen Erfolg, dort haben Stadtteilfeste mit guter Resonanz organisiert“, berichtet Driesnack. Dabei sammelte er Ökumene-Erfahrung, da die Festgottesdienste mit seinem Kollegen der katholischen Kirche abgehalten wurden.

„Damals lebten dort zirka 1400 Gemeindeglieder, heute sind es wohl 600 weniger.“ Bei Spaziergängen mit Frau und Hund wurden auf dem kurzen Dienstweg unter anderem Tauftermine besprochen, etwas, das heute kaum noch möglich ist. Als das Pastorat in der Kanalstraße geschlossen wurde, lebt Jochen Driesnack bereits seit zehn Jahren auf der Nordseite. Durch seine Vorstandsposten im Förderverein des Südseitentreff und dem Verein der Deutschen Seemannsmission Brunsbüttel, aber auch zu persönlichen Gesprächen in Familien, ist er dennoch regelmäßig auf der Südseite anzutreffen.

Heute gibt es nur noch ein Gemeindezentrum in der Kautzstraße und die Pastoren Jochen Driesnack, Ingo Pohl und Peter Marten teilen sich die Aufgaben in ihrer Gemeinde, während Klaus Struve sich um den „Innendienst“ kümmert. Jochen Driesnack initiiert jährliche Konfi-Camps mit seinen Konfirmanden, bei denen die Jugendlichen zehn Tage lang den Konfirmandenunterricht abarbeiten, der früher zwei Jahre lang in wöchentlichen Stunden vermittelt wurde. „Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und es wird intensiv gelernt“, sieht Driesnack klare Vorteile. Aber „den Zusammenhalt weiter zu führen, gestaltet sich oft schwer“, schränkt er ein. Im DRK-Altenhilfezentrum Haus Süderdöffte hält der Geistliche regelmäßig spezielle Demenz-Gottesdienste ab.

Die Jubiläums-Andacht findet wie vor 25 Jahren am 1. Advent, um 10 Uhr, in der Pauluskirche statt. „Ich freue mich besonders, dass der Chor GospelGenerations den musikalischen Rahmen übernimmt“, möchte Jochen Driesnack den Tag zu etwas besonderem machen. Musik gehört zu seinem Leben und Arbeiten dazu. Vor etwa 16 Jahren hat er die TenSing Gruppe in Brunsbüttel gegründet, der bis vor einigen Jahren 45 junge Leute angehörten. „Das ist momentan leider etwas weniger geworden, aber bei den TenSing-Kids unter der Leitung von Wiebke Meyer machen 30 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren mit.“

Dem 55-Jährigen ist es wichtig, dass sich Leute zusammentun und etwas Neues in Gang setzen, etwas für die Stadt tun. Er selber möchte in den nächsten zwei Jahren eine Willkommenskultur für Asylbewerber entstehen lassen. Dabei könnten seine Erfahrungen, die er als Student in Blankenese gesammelt hat, einfließen. „Ich sehe mich als Pastor für die kleinen Leute, und so soll es auch bleiben“, fasst Jochen Driesnack zusammen.

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