zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 20:54 Uhr

Klinikum : Parknot nervt die Anwohner

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mitarbeiter stellen Fahrzeuge lieber in die Umgebung als auf angebotene Plätze am Klinikum Itzehoe – das ärgert die Anwohner. Die Hoffnungen liegen auf dem neuen Parkdeck.

von
erstellt am 18.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Es ist der größte Arbeitgeber der Region – deshalb suchen täglich viele Beschäftigte des Klinikums Itzehoe einen Parkplatz. Darunter leidet die Nachbarschaft zusehends. Viele Hoffnungen gelten nun dem neuen Parkdeck am Klinikum, das vor der Eröffnung steht.

Die Rudolf-Virchow-Straße und ihre Seitenstraßen sind eine ruhige Wohngegend. Aber in der Woche, morgens ab halb acht, „dann können Sie hier kaum noch stehen“, sagt Günter Teepe. Nach 16 Uhr sei dann wieder alles frei, schildert der 86-Jährige. Er selbst sieht das entspannt, erlaubt sogar zwei Ärztinnen, auf seinem Grundstück zu parken. Auch Nachbarin Gisela Sierk (79) bleibt gelassen: „Ich habe mich daran gewöhnt. Ich fahre ja nicht viel Auto.“ Andere sind deutlich genervter: „Wir Anwohner sind gestraft hoch drei“, findet Edda Thomsen. Seit die Angestellten am Klinikum für ihren Parkplatz auf dem Gelände zahlen müssten, werde in ihrer Gegend alles bis zum Albert-Schweitzer-Ring zugeparkt. Die Mitarbeiter gingen lieber einige Schritte und nähmen den Anwohnern die letzten Parkmöglichkeiten. Sie freue sich über diesen Arbeitgeber in Itzehoe, sagt Edda Thomsen. „Aber da muss mal eine vernünftige Regelung gefunden werden.“

Die Stadt reagierte vor einigen Wochen auf die Klagen: In der engen Ferdinand-Sauerbruch-Straße – „Hier war alles immer voll“, so eine Anwohnerin – wurden Schilder aufgestellt, die tagsüber ein eingeschränktes Halteverbot vorschreiben. Das aber treffe auch die Eigentümer selbst „hart und bitter“, heißt es wissend aus der Ordnungsabteilung im Rathaus. Vorher seien sie nicht einmal mehr von ihrer Auffahrt heruntergekommen, jetzt werde die weitere Entwicklung des Parkverhaltens abgewartet. Fast täglich seien Überwacher der Stadt dort unterwegs.

Warum nutzen Klinik-Mitarbeiter nicht die Stellplätze auf dem Gelände? Mit den fälligen 10 Euro im Monat tue sie sich noch schwer, sagt eine Angestellte aus Kellinghusen, betont aber auch: „Die Anwohner tun mir schon ganz schön leid.“ Eine Kollegin aus Hamburg hat eine andere Erklärung: Vor rund einem halben Jahr habe sie eine Parkkarte beantragt, aber immer noch nicht erhalten.

„Die Warteliste ist lang“, bestätigt Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler. Doch er hat dieselbe Hoffnung, die auch die wartende Mitarbeiterin und die Ordnungsabteilung hegen: Das neue Parkdeck ist fertig und muss nur noch abgenommen werden. „Das sollte eine gewisse Entlastung bringen.“ Rund 170 Stellplätze werden so geschaffen. Danach, so Ziegler, werde beobachtet, ob das ausreiche oder noch mehr getan werden müsse.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen