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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 15:49 Uhr

Park: Neue Ulmen für 75 000 Euro

vom

Denkmalbehörde fordert Neupflanzung

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | Neue Bäume braucht der Stadtpark. Genaugenommen 74 und diese sind mit 200 Euro pro Stück veranschlagt. Hintergrund: Die Bäume der Rosskastanienallee im südlichen Stadtpark waren krank und mussten weggenommen werden. Entstanden war die Baumreihe um 1920. Jetzt soll eine Allee aus Ulmen, die gegen Krankheiten resistent sind, entstehen. Die Kosten für die Garten- und Landschaftsarbeiten werden auf rund 75 000 Euro geschätzt.

Diese Mitteilung machte Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch im jüngsten Bauausschuss. Hildegard Siemers-Knust (FDP) wollte nicht glauben, dass die Stadt so viel Geld für Bäume ausgeben will. "Warum sind die Kosten so hoch?", fragte sie.

Wolfgang Engemann wollte wissen, ob alle Ulmen auf einmal gepflanzt werden müssen. Worauf Dr. Busch erklärte: "Dass wir dort etwas machen müssen ist klar, nur nicht in welcher zeitlichen Perspektive." Er wies daraufhin, dass der Stadtpark unter Denkmalschutz stehe.

Die Stadt hatte vor längerer Zeit ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den Baumbestand zu prüfen. Festgestellt wurde, dass Kastanien krank waren. Weil sie aufgrund ihrer Größe auch unter das Landesnaturschutzgesetz fallen, musste eine Genehmigung von Seiten der Stadt sowohl bei der Naturschutz behörde als auch vom Denkmalschutzamt eingeholt werden, um sie fällen zu lassen. Letztere Behörde machte die Auflage, dass neue Bäume gepflanzt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege wiederum hat auf eigene Kosten die Landschaftsarchitektin Jana Hoschka beauftragt, das Konzept für die Nachpflanzungen zu erarbeiten.

Die Landschaftsarchitektin schlägt vor, in zwei bis drei Bauabschnitten resistente Ulmen zu pflanzen, die mit dem "etwas problematischen Standort wesentlich besser zurechtkommen". Die Gutachter hatten mehrere Faktoren festgestellt, die zum Absterben der Baumkronen führten: die ungünstigen Bodenverhältnisse, der hohe Wasserstand der Gräben, eine unausgewogene Nährstoffversorgung und die Schleimflusskrankheit (Phythphthora).

Thema im Ausschuss war auch die Uferbefestigung, die vorher saniert werden soll. Durch Erosion ist viel Material in des Festungsgraben gerutscht. Dadurch ist der Streifen zwischen Wasser und Weg zu schmal geworden für eine Baumreihe. Den Weg zu verlegen kommt aus denkmalpflegerischen Gründen nicht in Frage. Die Stadtverwaltung ist derzeit dabei, hierfür eine technische Lösung und eine Kostenschätzung zu erarbeiten.

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