Papierfabrik : Papierrollentransport per Knopfdruck

Vollautomatisch wird die Rolle Papier im Lager von dem Greifer abgesetzt und bei Bedarf wieder herausgeholt.
Foto:
1 von 4
Vollautomatisch wird die Rolle Papier im Lager von dem Greifer abgesetzt und bei Bedarf wieder herausgeholt.

Neues Produktlager bei Steinbeis in Glückstadt. Werner Reinhold und Marvin Trampenau haben das Millionen-Projekt in Rekordzeit umgesetzt.

von
31. Januar 2015, 16:00 Uhr

Der Greifer surrt an einem Gestänge an der Decke durch die Halle. Langsam senkt sich der automatische Helfer. Die Arme des Greifers umfassen eine große Papierrolle. Wieder geht es nach oben. Vollautomatisch wird der Platz für die Rolle gesucht und gefunden. Werner Reinhold und Marvin Trampenau stehen auf einem Steg und gucken begeistert zu. Denn die beiden Steinbeis-Mitarbeiter haben das Projekt erfolgreich betreut.

In Rekordzeit ist die neue Logistikhalle gebaut worden. Und darauf sind Projektleiter Werner Reinhold und Marvin Trampenau – er ist zuständig für die EDV – stolz. „Dass am Ende die richtige Rolle an der richtigen Stelle ankommt“, beschreibt Trampenau seine Aufgabe. „Jetzt findet jede Rolle automatisch ihren Weg ins Lager.“ Das reduziert die Kosten für die Logistik. Zudem entfällt der Transport in die Außenanlagen. Jetzt fahren die Lastwagen direkt ans Lager.

Woanders würde so ein Projekt drei Jahre dauern, sagt Werner Reinhold. Bei Steinbeis habe die Umsetzung nicht einmal ein Jahr gebraucht.

7,8 Millionen Euro hat die Halle gekostet – alles funktioniert vollautomatisch. Die Arbeit von fünf Gabelstaplerfahrern wird nicht mehr benötigt. Die fünf Mitarbeiter haben aber in der Papierfabrik an anderer Stelle neue Aufgaben bekommen. Wo vorher jede Rolle von einem Gabelstapler bewegt wurde, läuft das Papier jetzt über insgesamt 300 Meter Förderbänder und wird dann vom Greifer umgesetzt. Die Stapelhöhe der Rollen beträgt 11,30 Meter auf einer Fläche von 3600 Quadratmetern. Mitarbeiter halten sich nicht in der Halle auf. Der Zutritt ist eng beschränkt - wegen der Sicherheit.

„Die größte Investition und somit auch das größte Projekt in 2014 war dieses automatische Rollenlager“, sagt Steinbeis-Geschäftsführer Dr. Michael Hunold. „Wie bei allen großen Bauten in unserer Region notwendig, begann die Bauphase mit dem Rammen von Pfählen in den Boden.“ 647 Pfähle bilden die Basis für das Gebäude. „16 Firmen waren an dem Hallenbau beteiligt.“ Dieser begann im April vergangenen Jahres. „Der Bau schritt so zügig voran, dass im September die erste Kranbrücke eingebracht werden konnte. Ende Oktober wurden dann die ersten Rollen eingelagert.“ Seit Dezember ist die Halle voll in Betrieb „und wurde über die Feiertage gleich bis an die Grenzen ausgereizt.“

Auch Dr. Hunold wertet die kurze Bauphase als „außergewöhnlich kurze Laufzeit für ein solches Projekt, die nur durch das Können und Engagement unserer Mitarbeiter in Verbindung mit leistungsfähigen Lieferanten zu erreichen war“.

Neben dem eigentlichen Lager wurden die 300 Meter Fördereinrichtungen installiert, die die Rollen entweder zu den verschiedenen Verladepunkten transportieren oder auch zu den Querschneidern. In der Halle werden Papiere unter anderem für Illustrierte, Kataloge, und Rollen, die zu Büropapier verarbeitet werden, gelagert.

Dr. Hunold: „Mit diesem Projekt ist unser Werk wieder ein Stück moderner und effizienter geworden. Das neue Lager hilft dabei, uns auch in der Zukunft in einem schwierigen Umfeld zu behaupten.“

Das Projekt an der Stadtstraße wurde teuerer als geplant. Zunächst musste eine ehemalige Werkstatt abgerissen werden. Zudem mussten Leitungen über das Gelände neu verlegt werden. Werner Reinhold: „Und das bei laufendem Betrieb.“

Im Sommer verzögerte sich der Bau um zwei Wochen wegen des Brückenbaues bei Neuendorf. Schwertransporte, welche über 30 Meter lange Bauteile für das Hallendach brachten, konnten nicht über Elmshorn kommen. Sie mussten über den engen Kreisel am Hafen fahren, was langwierige Vorbereitungen erforderte. „Alle Transporte waren Höhepunkte“, sagt Reinhold.

Die Probleme wurden gelöst. Das Resultat für die Firma: „Die Wege sind jetzt kurz geworden“, sagt Marvin Trampenau. „Die manuelle Lagerwirtschaft fällt jetzt weg.“ Es gibt nun eine direkte Anbindung an die Produktionshalle. Als nächste Investition in diesem Bereich ist ein Rollenschneider geplant. Kosten: rund drei Millionen Euro.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen