Neues von den Weltenbummlern: : Paddeltour zu Wilson

Die Wilsteraner Weltenbummler auf Spaziergang über die Insel Roatán (Honduras): Tobias Haack (links) und Björn Voß.
Die Wilsteraner Weltenbummler auf Spaziergang über die Insel Roatán (Honduras): Tobias Haack (links) und Björn Voß.

Zwei Wilsteraner umsegeln die Welt. Anfang November brach Tobias Haack (28) zusammen mit seinem Freund Björn Voß (25) nach Honduras auf, wo sein Boot liegt und von wo die Tour starten soll. Für unsere Zeitung berichtet er von der Ankunft und den Reparaturarbeiten.

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24. November 2013, 08:05 Uhr

Nach einem langem Flug und einer kurzen Taxifahrt erwartete mich auf Roatán (Honduras) mein treues, altes Segelboot. Dank der Jahreszeit – Hurricanzeit – war ich der einzige Bootseigner, der sich im Hafen aufhielt. Das Boot Toango war von Blättern bedeckt, und die Planen waren vom Wetter zerfetzt. Unter dem Kajak fand ich die Überreste einer Ratte. Innen war alles von Kakerlaken zerfressen. So machte ich mich die ersten Tage daran aufzuräumen und meine Koje wieder bewohnbar zu machen. Wenige Tage später kam Björn an und wir kümmerten uns um seine Achterkabine.

Eines Tages machten wir eine kleine Paddeltour, um meine alten Freunde zu besuchen. Der Weg führte uns durch den Kanal von French Harbour. Er ist etwa 600 Meter lang und voller widerlicher Kloake, das Wasser ist milchig-braun-weiß, Öl bedeckt die Oberfläche und es stinkt. Neben massenweise Plastikmüll kann man dort Sessel, Windeln und tote Katzen finden. Und natürlich Geier, die sich daran weiden.

Mein alter Freund Wilson wohnt mit seiner Familie in einer Blechhütte. Er ist zirka 60 Jahre alt, 1,60 Meter groß, dürr, aber sehr kräftig. Als junger Mann war er für 14 Jahre Mechaniker der Infanterie im Busch. Dementsprechend kann er mit der Machete umgehen. „Soy trabajador de todo – Ich bin Arbeiter für alles“, sagt er. Integriert in sein Haus ist ein Baum, der kühlen Schatten spendet. Darunter steht ein selbst gebauter Tonofen, der mit Treibholz befeuert wird. Darauf hat seine Frau schon so manche leckere Mahlzeit für mich gekocht, oder Wilson seinen Kaffee selbst geröstet. Der beste Kaffee, den ich jemals getrunken hab.

Nach einer Tasse machten wir uns auf den Weg zu Wilsons Jet-Ski in der naheliegenden Werft. Es handelt sich um ein herkömmliches Jet-Ski – nur ohne Motor und oberer Hälfte, so lässt es sich besser paddeln. Er fährt es im flachen Wasser herum und fängt mit seinem Wurfnetz Sardinen, die er dann als Köder für größere Fische nutzt. Dazu ankert er mit einer langen Leine und einem Stein in tieferem Wasser und fischt mit einer Sehne, die um ein Stück Holz gewickelt ist. Keine Rute, keine Kurbel, sowas benutzen hier nur „Gringos“, die Ausländer.

Mehr Berichte und Fotos auf toangotoango.blogspot.de

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