Kanu-Club in Wilster : „Paddeln ist eine Option“

Beherrschen die Kenterrolle in Perfektion: Tristan Tiedemann (vorne) und Leo Engel.
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Beherrschen die Kenterrolle in Perfektion: Tristan Tiedemann (vorne) und Leo Engel.

Die Wassersportler freuen sich über ein großes Interesse an ihrem Tag der offenen Tür. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit zu einer Testfahrt.

shz.de von
11. Juni 2018, 05:47 Uhr

Selbst langjährige Mitglieder der Kanu-Gruppe Wilster waren überrascht vom Zulauf beim Tag der offenen Tür ihres Vereins. „Dass so viele Leute kommen, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagte Uwe Münster. Und Reimer Demnick ergänzte: „Ich bin ganz begeistert, wie viele Leute unsere Boote ausprobieren wollen.“

Gut 20 Kajaks und Kanus lagen am Ufer der Wilster Au bereit, um von Interessierten aus allen Altersschichten gefahren zu werden. Meist bedurfte es nur einer kurzen Einweisung durch die Helfer, ehe sich Jung oder Alt in eines der Boote setzte und damit bis zur Rumflether Mühle fuhr oder sich in Richtung Schleuse Kasenort auf den Weg machte.

Das Angebot, im Kanadier „Rollo“ zu paddeln, nutzten Lucas Zarecky, Amy und Luis Radtke sowie Karlotta Groth. Nachdem Wanderwartin Doris Neumann Erklärungen zur Paddeltechnik und zur Steuerung des Bootes gegeben hatte, ging es dann auch schon los: „Es war super. Wir sind zur Oma gefahren, die direkt an der Au wohnt“, berichtete Lucas Zarecky nach der Rückkehr. Ihm und den Kindern habe es „Spaß gemacht“, die Au vom Wasser aus zu erleben. Gerade nach Wilster gezogen, sei er daran interessiert, für sich und seine Angehörigen eine Vereinsaktivität zu finden. Sein Fazit über das bei den Wilsteraner Kanuten Erlebte: „Paddeln ist eine Option.“

Zum ersten Mal im Boot saß auch Fabian Meyer. Der Siebenjährige war überrascht, wie schnell er sich im Zweier „Wendelin“ zusammen mit Vereiswanderwart Jan Görbitz sicher fühlen konnte. „Es hat Spaß gemacht, weil ich es sofort konnte“, sagte der Junge, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Einsteigen, Führen des Paddels und wie man damit ins Wasser sticht: Die Ausführungen vor der Tour und die praktische Anwendung auf dem Fluss hatten Fabian Meyer offenbar ein nachhaltiges Erlebnis beschert.

Positiv war auch der Eindruck, den die Wilsteranerin Nora Maaß vom Tag der offenen Tür mit nach Hause nahm. Im Kanadier „Renate“ hatte sie sich zusammen mit Ehemann Bastian sowie den Kindern Lennart und Lasse den Erfahrungen von Vereinsmitglied Klaus Neumann anvertraut, der die Familie sicher über die Au steuerte. Gekommen sei sie in erster Linie, um ihren Kindern zu zeigen, dass Paddeln vor der Tür erlebbar ist. „Vielleicht bekommen sie ja Lust dazu und wollen es selbst etwas intensiver ausprobieren.“

Einen Anfang schien der sechsjährige Lasse bereits an Ort und Stelle machen zu wollen. Gerade dem Kanadier entstiegen, setzte er sich in ein Kajak und paddelte los. Angesichts der Begeisterung ihres Jungen sagte Nora Maaß: „Ich denke, wir werden wiederkommen. Lasse soll am Jugendtraining teilnehmen und Lennart wollen wir motivieren, und dann geht es seinen Weg.“

Den Tag der offenen Tür hatte die Kanu-Gruppe Wilster nach einer rund 30-jähriger Pause veranstaltet. „Wir haben uns im Mai sehr spontan dazu entschlossen, um aktive und passive Vereinsmitglieder zu einem Fest zusammenzuholen und auch die Bevölkerung dazu einzuladen. Von der Resonanz bin ich ganz begeistert“, freute sich Conny Lamberty angesichts des sehr gut besuchten Vereinsgeländes.

Ebenfalls erfreut war die Vorsitzende darüber, dass sich viele Eltern der jugendlichen Paddler mit auf den Weg gemacht hatten, um sich von ihren Sprösslingen zeigen zu lassen, wie sie ihre Freizeit verbringen. Wie weit Fortschritte gedeihen können, zeigten Tristan Tiedemann und Leo Engel den Anwesenden. Sie hatten sich in Wildwasserboote gesetzt und präsentierten eine Kenterrolle nach der anderen – eine Übung, die nicht jeder Paddler beherrscht, die das Befahren von Gewässern aber sicherer macht. Im Jahressprogramm des Vereins zählt das Kentertraining zum ständigen Angebot im Winterhalbjahr.

Am Ende des Tages sprach Jan Görbitz von einer gelungenen Veranstaltung mit einer guten Beteiligung. „Ich rechne damit, dass der eine oder andere wiederkommt. Jede Person, die neu in den Verein kommt, hilft uns.“ Um an den Aktivitäten auf dem Wasser teilnehmen zu können, müsse man Schwimmen können. So sei der Nachweis des „Seepferdchens“ erforderlich, um bei Marion Nimz, Karina Ratjen und Mike Kaminski freitags ab 16 Uhr am Jugendtraining teilnehmen zu können.

Weil der Tag der offenen Tür auch Dank der 25 ehrenamtlichen Helfer und der vielen Kuchenspenden so gut gelungen sei, sprach Conny Nimz davon, die Veranstaltung in den nächsten Jahren zu wiederholen. „Das beschließen wir dann wieder ganz spontan.“

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