Paddel-Talent: 457 Kilometer im Kajak

Jacob Nimz im Leusach-Wanderboot an der Schleuse Kasenort. Foto: sch
Jacob Nimz im Leusach-Wanderboot an der Schleuse Kasenort. Foto: sch

Die Passion von Jacob Nimz ist das Paddeln / Für seine Leistung erhielt er das Goldene Schüler-Wanderfahrerabzeichen

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11. Juni 2011, 08:58 Uhr

Kasenort | 46 Kilometer in einem Rutsch zu paddeln ist für Jacob Nimz (12) kein Problem: Geleistet hatte der Schüler diese Tagesetappe im vergangenen Jahr. Da befuhr er im Rahmen der Jugend-Sommertour mit der Kanugruppe Wilster (KGW) die Flüsse Fulda und Weser. Auf der Strecke zwischen Münden und Bad Karlshafen legten er und seine Begleiter je 217,3 Kilometer zurück.

Insgesamt paddelte Jacob Nimz in der Zeit vom 1. Oktober 2009 bis 30. September des Folgejahres 457 Kilometer. Für diese Leistung wurde der junge Wanderpaddler vom Landeskanuverband Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Beim Verbandstag in Wilster erhielt er das Goldene Schüler-Wanderfahrerabzeichen.

Aktiver Kanute ist der Zwölfjährige seit der Saison 2005/2006. Herangeführt an diesen Sport hatte ihn sein Vater, Ulf Nimz. Paddeln hat in der Familie Nimz übrigens eine lange Tradition: "Vater, Onkel, Tante, Cousins: eigentlich paddelt die ganze Familie. Da kommen die Kinder von Klein auf mit", sagt Mutter Sabine Nimz. Und so ergab es sich "zwangsläufig", wie Ulf Nimz herausstellt, dass sein Sohn schon in jüngsten Jahren auf dem Wasser war und bereits im Alter von vier Jahren das Schwimmen erlernt hatte.

Zuerst paddelte Jacob Nimz im Zweier mit, später dann im Einer - und immer ausgerüstet mit einer Schwimmweste. "Denn das", weiß der junge Kanute, "ist eine Frage der eigenen Sicherheit." Auch dann, wenn er in der Gruppe auf dem Fluss paddelt, der nur wenige Meter von seinem Zuhause entfernt liegt und den er wie seine Westentasche kennt: Auf der Wilster Au ist er schon unzählige Male zwischen der Schleuse Kasenort und der Rumflether Mühle oder dem Goldbogen bei Averfleth hin und her gefahren - zuletzt immer häufiger mit dem 4,40 Meter langen Leusach-Wanderboot namens "Host". Den Einer hatte übrigens der bekannte Bootsbauer Thomas Meier vor rund 30 Jahren in Hamburg gebaut.

Auch wenn Jacob Nimz die Wilster Au schätzt: "Gut fand ich die Elbe und Weser." Aber auch kleine Flüsse mit Wehren, Stromschnellen und Bootsrutschen haben es ihm angetan. Um sich gut vorbereitet auf die Gewässer unterschiedlichster Ausprägung zu begeben, ist ständiges Üben unerlässlich. Um sich als Kanute zu vervollkommnen, nutzt Jacob Nimz das von der KGW angebotene Konditionstraining einschließlich der sportlichen Spiele ebenso wie die angebotenen Trainingsfahrten auf der Wilster Au und das Kentertraining im Wilsteraner Schwimmbad.

Apropos Kentertraining: "Man merkt es den Jungs an, dass sie die Kenterrolle schnell raus haben und beim Verlassen des Bootes immer sicherer werden", hebt Ulf Nimz hervor. Auch wenn das Paddeln prinzipiell ungefährlich ist, so ist das Beherrschen der Kenterrolle innerhalb der KGW jedoch Voraussetzung, um überhaupt an der Jugend-Sommertour teilnehmen zu dürfen. Beweisen musste sich Jacob Nimz in der Hinsicht noch nicht: "Außer beim Kentertraining bin ich noch niemals gekentert." In der Schwimmhalle wäre es aber Pflicht: "Sonst kann man die Kenterrolle ja nicht erlernen."

Dass man als junger Kanute Ziele hat, ist so überraschend nicht. Und so formuliert Jacob Nimz für sich, in dieser Saison mehr als 500 Kilometer im Boot zurückzulegen. In dieser Hinsicht: "Ich bin auf einem guten Weg, zumal ja noch die diesjährige Jugend-Sommertour vor mir liegt." Rund 120 Kilometer sollen zwischen Celle und Bremen auf Aller und Weser zurückgelegt werden. "Neues entdecken würde ich auch gerne im Ausland." Außer den Yukon River in Kanada zu befahren, habe er jedoch "keinen speziellen Wunsch".

Wenn es ums Paddeln geht, denkt Jacob Nimz aber nicht nur an sich. Er ist Mitglied im Jugendvorstand der KGW und seit Dezember 2010 Zweiter Jugendvertreter. Und die Schule, bei all den Aktivitäten? "Die wird nicht vernachlässigt." Darauf achteten nicht zuletzt seine Eltern. "Nur die Freitags-Schularbeiten verschiebe ich auf den Sonnabend, denn freitags paddele ich im Verein."

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