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Kreiswehrführer nimmt Abschied : Ovationen für einen Querdenker

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weggefährten und Feuerwehrkameraden verabschieden sich vom langjährigen Kreisbrandmeister Frank Raether.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 11:56 Uhr

„Mit Mut zum Querdenken, zielstrebig und beharrlich, und dabei immer zum Wohle der Feuerwehr.“ Mit diesen Worten eröffnete Timo Plath einen Reigen von Lobeshymnen auf den scheidenden Kreisbrandmeister Frank Raether. Der stellvertretende Kreiswehrführer begrüßte im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisfeuerwehrzentrale genau 88 geladene Gäste, Familienangehörige, Freunde, Weggefährten und vor allem Feuerwehrkameraden. Am Ende gab es stehende Ovationen für den 50-Jährigen, der nach 18 Jahren und drei Amtsperioden zum Ende des Jahres in den freiwilligen Feuerwehr-Ruhestand tritt.

Dass der Brandschutz im Kreis Steinburg heute so gute dastehe, so lobte Kreispräsident Peter Labendowicz, sei auch ein entscheidender Verdienst von Frank Raether, der dabei immer auch ein guter Repräsentant für den Kreis gewesen sei. „Schade, dass du gehst“, meinte Labendowicz.

Hans Schönherr, lange Jahre als Ministerialrat im Innenministerium für die Feuerwehren zuständig, stellte fest, dass in den 18 Jahren „aus dem jungen Wilden ein gestandenes Mannsbild“ geworden sei. Angesichts der Fülle von Aufgaben regte der Sprecher an, Kreisbrandmeister künftig nicht mehr nur ehren-, sondern nur noch hauptamtlich und „natürlich bei anständiger Besoldung“ einzusetzen.

„Du hinterlässt recht große Stiefel“, meinte Otto Mohr als Sprecher der Seniorenkameradschaft. Er sprach „vom Ende einer Ära“. Trotz seines im Vergleich jugendlichen Alters sei Raether bei den altgedienten Kameraden natürlich immer willkommen. „Unsere Termine kriegst du mitgeteilt.“

Für Lutz Kettenbeil, ehemaliger Geschäftsführer der Feuerwehrunfallkasse, war die Feierstunde sogar der Anlass für eine Auszeichnung für ein Lebenswerk. Analog zu dem renommierten Fernsehpreis „Bambi“ verlieh Kettenbeil Frank Raether ebenfalls ein glitzerndes Bambi. Die Anerkennung dürfte Raether auch für besonderen Fleiß bekommen haben. Glückstadts Wehrführer Ties Tießen hatte ausgerechnet, dass der Kreisbrandmeister während seiner Amtszeit allein 120 Lehrgänge, Seminare und Fortbildungen absolviert habe. „Gelassen, menschlich, herzlich, mutig, standhaft und mitunter von einer Sturheit, die man ihm aber nicht anmerkte“: So umschrieben weitere Redner den Feuerwehrchef. Bernd Pusch, 16 Jahre lang dessen Stellvertreter, brachte es auf diesen Nenner: „Es waren harte, aber schöne Jahre.“

„Es hat Spaß gemacht, sonst macht man das nicht 18 Jahre lang“, stellte abschließend Frank Raether fest. Auf einen – vielleicht sogar wehmütigen – Blick zurück und eine große Bilanz verzichtete er. Nur kurz erinnerte er an auch für Feuerwehrleute dramatische Einsätze. Mitunter sei aber auch der Spaß nicht zu kurz gekommen – so als man die Desinfektionswanne kurzerhand in einen Whirlpool verwandelte habe. Insgesamt richtete er den Blick aber nach vorne und präsentierte das ab Januar aktive neue Führungsteam mit Frank Lobitz an der Spitze. „Man muss immer Ziele und Visionen haben“, gab Raether seinem Nachfolger noch mit auf den Weg. Er selbst will sich jetzt verstärkt sportlichen Aktivitäten widmen.

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