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Marionettentheater : Otto Henning lässt die Puppen tanzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Stücke bringt Otto Henning am Wochenende auf dei Bühne: eines für Kinder und eines für Erwachsene. Dafür wurde intensiv geprobt.

Konzentration ist angesagt in der VHS-Marionettenbühne Kellinghusen: Seit einer Woche proben die Mitglieder durchgehend jeden Abend zwei Stunden lang, müssen sie doch bis zum Wochenende zwei Stücke eingespielt haben: eines wie jeden Monat für Kinder und eines wie jedes Frühjahr und jeden Herbst für Erwachsene. „Wir sind voll im Stress“, sagt Bühnenleiter und –begründer Otto Henning. „Aber positiver Stress, denn es soll ja auch Spaß machen.“

Entgegen einer anders lautenden Ankündigung im VHS-Programm gibt die Truppe das Stück „Bruno und Harro“, das im Gegensatz zum vorher angekündigten Stück abendfüllend ist. Es spielt in einer Kneipe; fast überflüssig zu sagen, dass Otto Henning das Bühnenbild und die Puppen wie immer alle selbst gebaut hat.

Der alte Fremdenlegionär Bruno (Otto Henning) himmelt in seiner Stammkneipe seine heimliche Liebe und Besitzerin Lola Müller (Kristine Deppe) an. Auf dem nebengelegenen Schloss der von Weißendorns hat unterdessen der alte Schlossherr einen Reitunfall gehabt – Harro von Weißendorn (Martin Huemer) sitzt im Rollstuhl, ist unzufrieden und tyrannisiert seine Umgebung. Vor allem dass das Schloss zur Besichtigung frei gegeben wurde, ist ihm zuwider, er pöbelt die Leute an. Das hat auch den letzten Zivildienstleistenden Heinz Schulz (Tanja Schinkel) in die Flucht geschlagen, und keiner will mehr den Job übernehmen. Aber Brunos Geld ist knapp, und der Schlossherr will den doppelten Tarif bezahlen. So beschließt der klamme Bruno, den Job zu machen, obwohl er darin gar nicht ausgebildet ist. „Ich will doch mal sehen, was das für ein Stinkstiefel ist und wie ich mit ihm klarkomme.“

Der dritte Akt spielt in der Eingangshalle vom Schloss. Als der Hausherr stänkert und ätzt, hat er die Rechnung ohne Bruno gemacht. Der ätzt nämlich zurück, sie geraten aneinander: Machtgerangel, Hickhack sind die Folge. Erst als sie sich gegenseitig ihre Lebensgeschichte erzählen, werden sie sich sympathisch. Nun wird auch klar, warum Harro beim Pferderennen zockt: Um die Kosten fürs Schloss wieder herein zu bekommen. Ob ihm das gelingt und welche Rolle dabei Nicole, die Tochter von Bruno (Barbara Körner), die Verwalterin Silvia Hausner (Regina Schuldt), der Postbote Atze (Tanja Schinkel) und die Schwester Clarissa von Weißendorn (Wiebke Henning) spielen, davon kann sich das Publikum am Sonntagabend überzeugen.

Mit viel Text und Wortwitz bestückt, geht es in den sozialkritischen Stück darum, wie zwei völlig unterschiedliche Menschen es schaffen, ihre Probleme gemeinsam zu lösen. „Schwierig ist das oft, weil wir uns sprachlich sehr konzentrieren müssen“, erläutert Otto Henning. Bei dem Pensum, das sie zuvor leisten, kann das Publikum sicher sein, dass es wieder ein voller Erfolg wird.

Bereits morgens spielen sie das Stück für Kinder „Balduin, das Schlossgespenst“, in dem es um das kleine Schlossgespenst geht, dem es in einem Kunstmuseum bis Mitternacht zu langweilig wird und das deshalb schon am Tag die Leute erschreckt. Wie Kasper und Peter die Sorge der Gespenstereltern lösen und auch noch einen Einbrecher vertreiben, das können die Kinder morgens eine Stunde lang erleben.

>Marionettenbühne Kellinghusen – Aufführung für Erwachsene, „Bruno und Harro“: Sonntag, 5. Oktober, 19 Uhr (Einlass: 18 Uhr); Eintritt 3,50 Euro; Aufführung für Kinder: Sonntag, 5. Oktober, 11 Uhr: „Balduin, das Schlossgespenst“, Eintritt: 1 Euro (und im Gegenzug ein Lolly).

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erstellt am 05.Okt.2014 | 08:15 Uhr

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