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Wildtierhilfe : Osterhasi bekommt noch die Flasche

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dirk Fußbahn von der Wildtierhilfe Fiel päppelt zurzeit drei Hasenbabys und ein junges Kaninchen auf. Rund 1000 Tier kommen pro Jahr in die Einrichtung in Nordhastedt.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2014 | 08:03 Uhr

Buntbemalte Eier, Marzipanfiguren, Nougatleckereien, Schokohasen – wenn das Wetter am Sonntag mitspielt, wird es in der Natur besonders für die Kinder einige süße Köstlichkeiten zu finden geben. Aber möglicherweise wird beim Osterspaziergang auch das eine oder andere Tierbaby aufgestöbert. Denn nicht nur viele Lämmer auf den Wiesen kommen pünktlich zu den Osterfeiertagen auf die Welt. Auch bei den Hasen steht zurzeit häufig Nachwuchs an.

Immer wieder werden Anfang des Jahres kleine, kuschelige Nager entdeckt – und dann oft mitgenommen. Doch in den allermeisten Fällen ist Osterhasis Nachwuchs in der Natur am besten aufgehoben, weiß Dirk Fußbahn. „Da bekomme ich so einen Hals, wenn Spaziergänger aus falsch verstandener Tierliebe die Babys mitnehmen“, sagt der Fachmann, der in Fiel (Nordhastedt/Dithmarschen) die Wildtierhilfe betreibt. Rehe- oder Hasenkinder benötigten nur Hilfe, wenn sie allein auf der Straße herumirrten. „Tiere, die sich ruhig verhalten, haben in aller Regel ihre Eltern in der Nähe. Also: Finger weg und in Ruhe lassen.“ Auch im Winter, denn kalte Temperaturen machen dem Nagernachwuchs nichts aus. „Anders ist es mit Nässe, das vertragen sie schlecht, dann sterben sie oft.“

Drei Hasen und ein Wildkaninchen leben zurzeit bei Familie Fußbahn. Sie wurden zwar von Menschen gebracht, aber von Katzen angeschleppt. „Die bringen sie mit nach Hause, um mit ihnen zu spielen. Wenn die Besitzer schnell genug sind, leben sie noch und landen dann bei uns“, berichtet Fußbahn. Zweimal am Tag bekommen die kleinen Nager, die zurzeit zwischen ein paar Tagen und drei Wochen alt sind, die Flasche. Ein Zufall, dass es sich dabei um Spezialmilch für die Katzenaufzucht handelt. Als „relativ pflegeleicht“ bezeichnet Dirk Fußbahn die Hasen und Kaninchen. Anderen Tierbabys müssen er und seine Frau Rosi alle zwei Stunden die Flasche geben – auch nachts. Wenn die Tierkinder ein Kilogramm schwer sind, ist es Zeit dafür, dass sie wieder in die Natur zurückkehren. Denn das ist das Ziel der Wildtierhilfe.

Zwischen 20 und 100 Hasen und Kaninchen bekommt Dirk Fußbahn pro Jahr. Insgesamt schleust er rund 1000 Tiere durch, mal mehr, mal weniger. Außerdem leben etwa 400 bis 600 Dauergäste, die nicht mehr ausgewildert werden können, in Fiel – wie beispielsweise Fischotter Lotta, Dachs Don Vito und die Rhesusaffen. Etwa 300 Euro kostet das Futter, dass die Bewohner der Wildtierhilfe täglich verputzen. Finanziert wird der Verein ausschließlich über Spenden. Prominentester Bewohner bei Dirk Fußbahn ist derzeit Marta Hope. Der Marder war Mitte März in Neumünster im Motorraum eines Pkw entdeckt worden. Inzwischen ist es ein stattliches Tier geworden und erfreut sich bester Gesundheit. „Wenn Marta soweit ist, geht es auch für sie zurück in die freie Natur, wo die Wildtiere hingehören“, sagt Dirk Fußbahn.

 

>Spenden für die Wildtierhilfe Fiel e.V. auf das Konto 191 025 857, BLZ 218 523 10, bei der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen.

>Infos unter www.wildtierhilfefiel.de, Telefon 04804/186514 und 0172/5783408.

 

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