Ausstellung : Oster-Klassiker im Fokus

Kurz vor dem Abschluss: Gesa Speil, Miriam Hoffmann (M.) und Hans-Peter Gehlen vom Museumsteam beim Aufbau der Sonderausstellung.
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Kurz vor dem Abschluss: Gesa Speil, Miriam Hoffmann (M.) und Hans-Peter Gehlen vom Museumsteam beim Aufbau der Sonderausstellung.

„Die Häschenschule – Ein Osterbuch für Groß und Klein seit 1924“ wird übermorgen im Kreismuseum in Itzehoe eröffnet.

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09. März 2018, 17:00 Uhr

Sie war schon 1924 ein echter Bestseller, und ihre Popularität hält bis heute an: Die Häschenschule mit Texten von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha ist der Osterklassiker unter den Bilderbüchern. Das Kreismuseum Prinzeßhof widmet dem Buch und seinen Schöpfern bis zum 15. April eine Sonderausstellung. Eröffnung ist am Sonntag.

Zwei höchst unterschiedliche Männer schufen das Kinderbuch, dessen Motive bis heute für viele Menschen einfach zu Ostern dazugehören, erklärt Museumsleiterin Miriam Hoffmann. Die Idee für die Häschenschule stammt von Sixtus (1892-1960), der sie aus Spielen mit seinem kleinen Sohn entwickelte. Es war nicht das erste Kinderbuch des liberalen sächsischen Volksschullehrers, der später von den Nationalsozialisten mit einem Schreibverbot belegt wurde.


Ein liberaler Pädagoge und ein Kriegszeichner

Seinen gereimten Text schickte Sixtus an seinen Verlag, der mit Koch-Gotha (1877-1956) einen prominenten Illustrator mit der Bebilderung beauftragte. Der Zeichner war im ersten Weltkrieg Kriegsberichterstatter für den Ullstein-Verlag und dessen renommierte „Berliner Illustrirte Zeitung“ gewesen und scheute auch vor propagandistischen Darstellungen nicht zurück, sagt Hoffmann. Kinderbücher wurden später ein Schwerpunkt seiner Arbeit, die „Vermenschlichung“ von Tieren wurde dabei seine Spezialität.

Hoffmann zeigt eine Vielzahl von unterschiedlichen Arbeiten beider Künstler aus mehreren Jahrzehnten. Bei Sixtus kann sie dabei auf vielfältige Leihgaben aus dem Privatarchiv von Ulrich Knebel zurückgreifen. „Viele werden zum ersten Mal außerhalb Sachsens gezeigt“, sagt Hoffmann. Knebel, ein Großneffe von Albert Sixtus, wird auch am Sonntag bei der Eröffnung in einem Vortrag das berühmteste Buch seines Verwandten vorstellen.

Neben den beiden Autoren nimmt die Ausstellung auch das erfolgreiche Marketing rund um das Bilderbuch in den Blick, denn mit den Motiven der Häschenschule wird bis heute viel Geld verdient. Schon die Verbindung von Ostern und dem Start in die Schulzeit sei ein Marketing-Coup gewesen, sagt Hoffmann. Bis in die 60er-Jahre fingen die Schuljahre Ostern an, und das Bilderbuch war lange ein beliebtes Geschenk zur Einschulung.

Für die heutige Kindergeneration bietet die Ausstellung eine kindgerechte Annäherung an den Buchklassiker: Junge Besucher können Bilder aus der Häschenschule ausmalen oder in einer Kuschel- und Leseecke das Buch erstmal kennenlernen. Und beim Osterrätsel wartet am Ende eine süße Überraschung auf die Kinder.


>Für die Ausstellungseröffnung am Sonntag, 11. März, ab 11 Uhr können sich Besucher heute noch unter 04821/64068 oder prinzesshof@steinburg.de anmelden. Regulär geöffnet ist die Ausstellung dann ab 14.30 Uhr. Bis Mittwoch, 14. März, nimmt das Museum außerdem Anmeldungen für eine Kurzführung in der „Museums-Mittagspause“ am Donnerstag, 15. März, zwischen 12 und 13 Uhr entgegen. Die Teilnahme inklusive Snack und Getränk kostet 5 Euro.

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