Osteoporose-Hilfe in der "kleinen Familie"

Jubiläum in der Selbsthilfegruppe um Ilse Laatz und Monika Looft (von vorne sitzend).  Foto: Westphal
Jubiläum in der Selbsthilfegruppe um Ilse Laatz und Monika Looft (von vorne sitzend). Foto: Westphal

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16. Januar 2009, 10:15 Uhr

Itzehoe | "Eine halbe Stunde tägliches Üben kann das Fortschreiten der Erkrankung um Jahre nach hinten verschieben." Monika Looft (65) muss es wissen. Die Heiligenstedtenerin ist Dozentin für Gesundheitssport und sportliche Leiterin der Osteoporosegruppe des Roten Kreuzes, die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiert.

Die 17 Mitglieder der Selbsthilfegruppe im Alter zwischen 55 und mehr als 80 Jahren aus dem gesamten Kreis Steinburg um ihre Leiterin Ilse Laatz (75) treffen sich zwei Mal im Monat. Die erste der beiden Stunden ist der Geselligkeit gewidmet: Es werden Erfahrungen ausgetauscht oder gelegentlich Gastreferate gehört. Zu Besuch waren schon die Landfrauen, ein Rechtsanwalt mit dem Thema "Testament" und die Polizei zum Thema "Sicherheit im Haus".

Im Anschluss wird eine Stunde lang geturnt. Bloß kein Krafttraining bei Osteoporose habe früher die Maxime gelautet, schildert Monika Looft. Jetzt nicht mehr. Sie baut die Trainingsstunden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf sanftem Krafttraining auf, denn: "Das Muskelgewebe soll das Skelett stützen." Gleich gewichts- und Gehübungen schulen Konzentration sowie Koordination. Zudem lässt die Tai-Chi-Lehrerin Elemente daraus und aus dem Hatha-Yoga einfließen, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Ilse Laatz sorgt dafür, dass "ihre kleine Familie", wie sie die Gruppe beschreibt, zweimal im Jahr kulturelle Ausflüge unternimmt. Ziele waren zum Beispiel Nordstrand im vergangenen Sommer und zur Weihnachtszeit das "Weiße Rössl" im "Winterhuder Fährhaus". Vor zwei Jahren wurde die Gruppe vom Wedeler Krankenhaus zu einer Knochendichtemessung und einem Vortrag eingeladen - eine Aktion, die gern angenommen wurde.

Die Wünsche für die Zukunft? Klarer Fall für Ilse Laatz: lang anhaltende Beweglichkeit.

.Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Treffen jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat um 14.45 Uhr im DRK-Haus, Lindenstraße 56. Infos unter 04821/82622.
Knochenerkrankung vor allem bei Frauen
Osteoporose zählt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit zu den zehn häufigsten chronischen Krankheiten und ist eine typische Alterserkrankung der Knochen, besonders häufig bei Frauen nach der Menopause. Sie wird auch als Knochenschwund bezeichnet und macht anfälliger für Brüche. Eine der Ursachen kann falsche Ernährung sein: Eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) zeigt, dass Jugendliche, die ihren Durst häufig mit Softdrinks löschen, im Schnitt weniger mineralhaltige – und damit weniger stabile – Knochen haben. Später droht Osteoporose, auch bei Männern.

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