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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:22 Uhr

Baumsterben : Ortsbild im Wandel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Parasiten und Krankheiten – Kastanien in Burg werden allmählich durch Ulmen ersetzt.

Krankheiten und Parasiten bedrohen die Kastanien in der Bahnhof- und der Erwin-Behn-Straße in Burg. Darauf muss die Gemeinde mit Abholzen reagieren.

Gut 110 Kastanien wurden in dem Bereich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts gepflanzt. Sie wuchsen zu einer der schönsten Alleen Dithmarschens heran. Doch seit rund zehn Jahren geht es den Kastanien zunehmend schlechter. Mit gleich drei Schädlingen kämpfen die prächtigen Bäume um ihr Überleben. Dies sind seit Jahren die Miniermotte, die das Laub und dadurch den Baum zerstört. Dann der Hallimaschpilz, der sechs Kastanien in der Erwin-Behn-Straße fest im Griff hat. Er befällt Rinde und Holz. Und zuletzt das Bakterium Pseudomonas syringae, welches die Kastanien regelrecht bluten lässt, wobei die Rinde aufreißt.

Zehn Kastanien wurden aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht seit 2004 bereits abgenommen. Nun sollen vier bis sechs Kastanien in der Erwin-Behn-Straße folgen sowie vier Kastanien im Bereich der Bahnhofstraße. Jedermann kann sich dort selbst ein Bild des Zustands der Bäume verschaffen. Der Hallimaschbefall ist an der dicksten der sechs Kastanien in der Erwin-Behn-Straße besonders gut zu sehen: Unter der abgeplatzten Rinde wuchert das Pilzgeflecht. Und auch die kranken Kastanien in der Bahnhofstraße sind leicht zu erkennen. Wo die Kronen der gesunden Kastanien noch in vollem Tiefgrün leuchten, da wirken die Kronen der kranken Kastanien wie vorgealtert. Ihre Blätter sind schon gelb, die Kronen lichten sich.

Bauhofleiter Markus Schöll ist als Landschaftsgärtner zugleich Experte für Burgs Baumbestand. Droht eine Verletzung der kommunalen Verkehrssicherungspflicht, empfiehlt Schöll dem Kreis die Abnahme. Im Bereich der öffentlichen Straßen kümmert sich dann das Technische Hilfswerk aus Burg ums Abholzen.

Für jeden gefällten Baum muss die Gemeinde Ersatz anpflanzen. So wird sich Burgs Kastanienallee der Bahnhofstraße allmählich in eine Ulmenallee verwandeln. ,,Bei den Bäumen handelt es sich um gegen die Ulmenkrankheit resistente Neuzüchtungen“, betont Schöll. Die Ulmen sind zugleich mit Blick auf die Anlieger gewählt, denn ihre Kronen sind deutlich kleiner, ebenso ihr Wuchs. Das bedeutet weniger Laub und damit weniger Arbeit im Herbst.

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