Gesetzesänderung : Orientierung im Paragrafen-Dschungel

Beratungsangebot: Michael Martens und Ina Kardell wollen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über gesetzliche Regelungen und Angebote informieren.
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Beratungsangebot: Michael Martens und Ina Kardell wollen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über gesetzliche Regelungen und Angebote informieren.

Neues Pflegegesetz soll pflegende Angehörige unterstützen. Pflegedienst informiert über neue Rahmenbedingungen.

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11. Januar 2015, 16:00 Uhr

Die Mehrheit der Deutschen möchte im Falle einer Pflegebedürftigkeit am liebsten in den eigenen vier Wänden bleiben – und nicht ins Pflegeheim oder zu Verwandten ziehen. So die Ergebnisse einer repräsentative Umfrage im Auftrag der R+V Versicherung. Die Bundesregierung hat auf diesen Wunsch der Bevölkerung reagiert und versucht mit einer Reihe von Gesetzesänderungen die häusliche Pflege zu stärken. Zum 1. Januar 2015 sind mit dem sogenannten ersten Pflegestärkungsgesetz (siehe Info-Kasten) eine Reihe von Änderungen im Pflegebereich in Kraft getreten.

Was die Änderung der Gesetzeslage für den Einzelnen bedeutet, ist nicht jedem Betroffenen auf Anhieb klar. „Es ist eine gewisse Verunsicherung zu spüren. Viele unserer Patienten fragen sich, was auf sie zukommt“, sagt Michael Martens, Pflegedienstleiter des Glückstädter Pflegedienstes „Häusliche Alten- und Krankenpflege“. „Leider sind Informationen über die Rahmenbedingungen im Pflegebereich häufig sehr kompliziert. Gesetzesänderungen werden oft nur in dicken Büchern umfangreich erklärt.“

Dabei sei das Wissen um die Möglichkeiten und gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflegebereich sehr wichtig, so Martens. „Meiner Erfahrung nach müssten weniger Menschen ins Heim, wenn sie über die Möglichkeiten der häuslichen Pflege gut informiert wären.“ Insbesondere mit dem neuen Gesetz ab Anfang dieses Jahres sei im häuslichen Umfeld mehr möglich. Viele pflegende Angehörige wüssten aber zum Beispiel nicht, was ambulante Pflegedienste alles leisten könnten. „Bei Betroffenen und Angehörigen ist oft wenig Wissen vorhanden, wie man sich helfen lassen kann und was an Leistungen bezahlt wird.“

Gemeinsam mit seiner Kollegin Ina Kardell möchte Martens daher „für etwas mehr Klarheit im Paragrafen-Dschungel“ sorgen. „Wir beraten natürlich auch gern in konkreten Einzelfragen, aber wir haben uns überlegt, dass eine kompakte Informationsveranstaltung für Betroffene und ihre Angehörigen sinnvoll ist“, sagt Kardell. Am Mittwoch, 21. Januar, um 15 Uhr wird die Verwaltungsfachangestellte daher zu den Gesetzesänderungen seit dem 1. Januar einen Vortrag in den Räumen des Pflegedienstes (Steinburgstraße 1) halten.

Im Anschluss können die Teilnehmer Fragen stellen. Konkret soll es zum Beispiel um die Erhöhung der geldlichen Leistungen für Demenzkranke gehen. Dort seien neue Betreuungsangebote und Entlastungsleistungen für pflegende Angehörige durch professionelle Pflegedienste vorgesehen, sagt Martens. „Es ist beispielsweise möglich, dass Pfleger den Erkrankten stundenweise betreuen, damit die Angehörigen etwas mehr Freiraum bekommen.“ Auch seien mehr Zuschüsse für Umbaumaßnahmen, etwa für ein ebenerdiges Bad oder einen Treppenlift, von der Pflegeversicherung im Gesetz vorgesehen. „Aber wie beantrage ich die und was ist alles möglich?“ – Fragen wie diese möchte Ina Kardel beantworten.

Für die Teilnahme am 21. Januar wird um Anmeldung unter 04124/4178 werktags zwischen 9 und 13 Uhr gebeten.

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