Wirtschaft in Glückstadt : Online-Handel vor der Haustür

Shoppen online: Das soll bald auch bei regionalen Händlern möglich sein.
1 von 2
Shoppen online: Das soll bald auch bei regionalen Händlern möglich sein.

Eine Elmshorner Firma will das Geschäft im Internet in Glückstadt mit lokalen Einkaufsmöglichkeiten verknüpfen.

von
19. April 2018, 05:06 Uhr

Glückstadt | „Unsere Stärke ist der Einzelhandel“, erklärte David Scharfschwerdt im Wirtschaftsausschuss. Was der Online-Handelsriese Amazon vormacht, soll in Glückstadt möglicherweise bald auf regionaler Ebene stattfinden. Kunden sollen online bei ihren Händlern vor Ort bestellen können, die Ware geliefert bekommen oder sie gegebenenfalls sogar selbst abholen.

David Scharfschwerdt, Gerrit Fölster, Martin Eimecke und Christoph Schönfelder gehört die IT-Firma „FESforward“ in Elmshorn. Die Softwaredienstleister haben unter dem Namen „Reggio“ eine besondere Internetplattform entwickelt. „Was uns so einzigartig macht, ist, dass wir vom Land gefördert werden“, warb Geschäftsführer Scharfschwerdt in der Sitzung für die Idee. Er bietet an, dass Händler mit seiner Hilfe auf einer gemeinsamen oder auf einer eigenen Plattform ihre Ware im Internet verkaufen. „Wir sichern die Existenz der Einzelhändler. Wir bieten ihnen das Schaufenster nach außen an.“

Seine Vorstellung im Ratssaal überzeugte. Beschlossen wurde: Demnächst stellt Wirtschaftsförderin Sybille Weinmann-Klinkow den Kontakt zwischen David Scharfschwerdt und den Glückstädter Einzelhändlern her. Möglich ist, dass es später zu einer Verlinkung der neuen Internetplattform mit der Seite der Stadt kommt.

Die Macher aus Elmshorn orientieren sich in und an der Region. „Reggio“ ist eine Plattform, auf der sich die Kunden über ihre Postleitzahl zu örtlichen Geschäften durchklicken können. Ein praktischer Vorteil für den Händler ist zum Beispiel: Die Produkte werden automatisch aus dem Warenwirtschaftssystem ausgebucht. „Wir schaffen den Vertriebskanal“, erklärte Scharfschwerdt.

Die Händler werden rundum betreut, versprach der Geschäftsführer. Das fange bei der Bedienung des Computers an und gehe bis zum Verkauf der Ware. „Unser Ziel ist: Der Händler soll so wenig Aufwand haben wie möglich.“ Es gibt eine zweimonatige Probephase, die kostenfrei ist. Ab dem dritten Monat wird eine monatliche Grundgebühr von 50 Euro genommen, sowie eine Umsatzbeteiligung des verkauften Produktes im Internet von sechs Prozent. Großhändler Amazon würde erheblich mehr nehmen, so Scharfschwerdt. „Das ist kein Modell, mit dem wir reich werden.“ Denn: Wer online kauft, der gehe dennoch weiterhin gern in Geschäften stöbern, so der IT-Fachmann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen