Wattolümpiade : Olümpioniken wollen den Wattrekord

Wattkampf im Elbschlick vor Soesmenhusen. Am 6. Juli wird die Wattolümpiade zum zehnten Mal ausgetragen.
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Wattkampf im Elbschlick vor Soesmenhusen. Am 6. Juli wird die Wattolümpiade zum zehnten Mal ausgetragen.

Einstimmung auf das Benefizspektakel am 6. Juli in Brunsbüttel: Mehr als 280 Freiwillige sollen im Schlick einen „Wattengel“ zeichnen und damit den Weltrekord des Vorjahres brechen.

shz.de von
08. Juni 2014, 16:00 Uhr

Mehr Mannschaften, mehr Spaß, mehr Überraschungen – die 10. Brunsbütteler Wattolümpiade verspricht eine Veranstaltung der Superlativen zu werden. Erste Rekorde wurden bereits gebrochen. Weitere Bestmarken sollen fallen. „Es werden die schmutzigsten Spiele aller Zeiten“, sagt Wattkampfleiter Oliver Kumbartzky.

Erster Rekord: Gerade einmal 55 Sekunden brauchte es, bis am Neujahrstag alle Startplätze für die zehnte Benefiz-Veranstaltung im Elbschlick vor den Toren der Schleusenstadt vergeben waren. Somit warf die Wattolümpiade, die am 5. Juli mit einer Olümpia-Party am Deich und am 6. Juli mit den schmutzigen Spielen für eine saubere Sache begangen wird, bereits im Januar ihre Schatten voraus.

Nächste Bestmarke: Durch die Erweiterung der Wettbewerbe werden sich so viele Teams wie nie zuvor im Brunsbütteler Elbschlick tummeln und dort um wattolümpisches Edelmetall kämpfen. Es treten 16 Mannschaften beim Watthandball, acht beim Wattwolliball und acht beim Schlickschlittenrennen gegeneinander an. Das mit 16 Teams besetzte Fußball-Turnier steht aufgrund der zeitgleich stattfindenden Fußball-WM unter dem Motto „Fußballwattmeisterschaft 2014“.

Und so geht es weiter: Noch bevor sich die Wattlethen in den Schlick stürzen, wollen die Macher der Wattolümpiade gemeinsam mit Freiwilligen einen offiziellen Weltrekord brechen. Dieser wurde im Juli 2013 in St. Peter-Ording aufgestellt. Ziel ist es, mehr als 280 Personen ins Watt zu bringen, die dort auf dem Rücken liegend etwa fünf Minuten lang mit Armen und Beinen wedeln, um dort ihre Spuren in Form eines „Wattengels“ zu hinterlassen. „Ich bin sehr gespannt, ob es trotz des schweren Geländes gelingen wird, diesen Weltrekord nach Brunsbüttel zu holen“, sagt Rekordrichter Olaf Kuchenbecker, der im Namen des Rekord-Instituts für Deutschland das Vorhaben offiziell überwachen wird.

Auch im zehnten Olümpia-Jahr will der Wattolümüpiade-Verein mit seiner unkonventionellen Benefizveranstaltung dazu beitragen, Strukturen für Krebsbetroffene in der Region nachhaltig zu verbessern. Sponsoren wie die Raffinerie Heide, Vattenfall und die Stadtwerke Brunsbüttel tragen neben vielen weiteren sogenannten „Ermöglichern“ die gesamten Veranstaltungskosten, sodass sämtliche Eintritts- und Startgelder als Spende weitergegeben werden können. Weit über 200 000 Euro hat der Verein seit 2004 mit dem schmutzigen Sport für eine saubere Sache gesammelt. Geld, das Krebsbetroffenen in der Region und deren Angehörigen zugutekommt. Die Einrichtung eines Angehörigenzimmers am Heider Westküstenklinikum sowie die Unterstützung der Kinderhospitz-Arbeit des Hospizvereins Dithmarschen stehen derzeit ganz oben auf der Liste der Projekte, die unterstützt werden sollen.

Anlässlich des Jubiläums werden erstmalig spontane Teilnehmer für die Tour de Watt gesucht. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Fahrrad. „Dieses braucht nicht einmal so richtig verkehrstüchtig sein“, so Michael Behrendt, Präsident des Wattolümpischen Komitees. Die Fahrräder werden am Ende der Tour gesammelt und auf Wunsch fachgerecht entsorgt.

Für jede Menge Spaß und Unterhaltung sorgt abseits der Spiele ein buntes Rahmenprogramm. So werden am sportlichen Veranstaltungstag Björn Paulsen und ein prominenter Überraschungsact für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgen, während am Vortag das Hamburger Trio „Boys 2 Rock“ und DJ Theo das Publikum musikalisch unterhalten. Eine internationale Spielemeile richtet sich vor allem an die kleinen Besucher, sodass auch diese auf ihre Kosten kommen und die Veranstaltung zu einem runden Familienfest wird.

Bereits am Sonntag, 29. Juni, wird eine Ausstellung in der Stadtgalerie im Elbeforum eröffnet. Diese bietet einen Rückblick auf zehn bewegte Jahre Wattolümpiade, einen Blick auf die Ursprünge des kuriosen Watt-Events, das weit mehr ist, als der vordergründige Quatsch im Matsch.

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