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Jahrtausende alte Heilmethode : Ohrakupunktur – Impulse für die Organe

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Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Heilpraktikerin Heike Denzau aus Wilster ist begeistert vom starken therapeutischen Reiz der Ohrakupunktur. Sie wirkt bei Migräne ebenso wie Atemwegserkrankungen und Allergien, wird auch zur Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung genutzt.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 05:43 Uhr

In der chinesischen Kultur reicht die erste schriftliche Erwähnung der Ohrakupunktur ins 1. Jahrhundert vor Christus zurück. In Persien und Ägypten wurde die Ohrakupunktur bereits vor 2000 Jahren zur Linderung von Schmerzen und zur Empfängnisverhütung angewendet. Im europäischen Raum sind erst im 17. Jahrhundert erste Hinweise auf die Ohrakupunktur niedergelegt. 1957 rückte die Methode durch den französischen Arzt Paul Nogier wieder mehr in das Interesse von Ärzten und Heilpraktikern. Die Ohrakupunktur wurde zunächst durch Nogier systematisch erforscht. Er entdeckte, dass der ganze Körper im Ohr dargestellt ist und wies eine reflektorische Beziehung zwischen Ohr und Körper nach. Durch das Stechen von Nadeln erzielte er positive Wirkungen.

„Die Vielseitigkeit von Akupunktur fasziniert mich“, sagt Heilpraktikerin Heike Denzau aus Wilster. Vor zwei Jahren absolvierte die 44-Jährige, die verheiratet und Mutter zweier Kinder ist, nach zweieinhalbjähriger Ausbildung ihre Heilpraktikerprüfung, machte sich im Sommer vergangenen Jahres in ihrem Haus am Bürgermeister-Zülch-Weg (04823/ 92866) mit sanfter manueller Therapie selbstständig. Ihr großes Interesse an der Akupunktur animierte sie dazu, spezielle Schulungen in Hamburg zu besuchen. Jetzt bietet sie in entspannter Atmosphäre die Ohrakupunktur an. „Es kann über die Haut und das Nervensystem ein Impuls an das entsprechende Organ und die Körperregionen gesendet werden. Abwehrzellen ziehen dorthin, Muskeln entkrampfen, die Durchblutung wird gesteigert, Hormone werden freigesetzt“, berichtet sie. So sei die Ohrakupunktur durch ihren starken therapeutischen Reiz vielseitig einsetzbar. Heike Denzau nennt erstaunliche Beispiele. So wird Ohrakupunktur bei Migräne, Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes einesetzt. Ebenso bei urologischen und allergischen Erkrankungen, zur Raucherentwöhnung, Gewichstreduktion, bei Menstruationsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen und Hauterkrankungen.

Die Akupunkturpunkte im Ohr haben einen Durchmesser von 0,2 bis 1 Millimeter. „Sie lassen sich nur dann auffinden, wenn eine Irritation des dazugehörigen Organs oder eine Störung im betreffenden Körperareal vorliegt.“ Die Punktsuche – stets am dominanten Ohr (bei Rechtshändern das rechte) – erfolge zum Beispiel mit einem Neuralstift (Hautwiderstandsmessung). Das Gerät wird auf den individuellen Hautwiderstand des Patienten geeicht. Der Hautwiderstand ist im Bereich aktiver Punkte verändert. An diesen Punkten wird für 23 bis 25 Minuten eine Einmalakupunkturnadel mit leichter Drehbewegung senkrecht zur Oberfläche zirka 1 Millimeter tief gesetzt.

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