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Küstenschutz : Ohne Hundeleine kann es teuer werden

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Leinenpflicht am Deich wird aus Küstenschutzgründen strenger überwacht

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Das Thema ist nicht neu: Trotz eigentlich klarer gesetzlicher Regelung lassen immer wieder Hundebesitzer ihre Tiere verbotenerweise frei am Deich laufen – auch wenn dort Schafe grasen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) will ab sofort verstärkt auf die Einhaltung der Leinenpflicht hinwirken.

„Freilaufende Hunde sind leider immer wieder ein Problem“, sagt Siegfried Bornholdt, Baubetriebsleiter beim LKN und für den Erhalt der Seedeiche entlang der Elbe verantwortlich. „Selbst wenn sie keine Schafe direkt jagen, fühlen sich die Tiere nicht wohl an Deichabschnitten, wo viele Hunde frei laufen und meiden diese Bereiche.“

Dies habe Folgen für den Küstenschutz. „Die Schafe sind unsere besten Helfer am Deich. Sie halten das Gras kurz und treten den Boden fest. Wo sie nicht sind, gibt es Probleme mit dem Zustand der Deiche“, so Bornholdt. Als Beispiel nennt er den Bereich zwischen Glückstädter Hafen und dem Fähranleger. Dort würden die Schafe besonders die Ecke zwischen Außenhafen und Docke meiden, weil hier sehr viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs sein – oftmals ohne Leine.

Längeres Gras und ein weicher Untergrund locken dann Wühlmäuse und andere Nager an, die nun mehr Nahrung und Deckung finden und ihre Löcher im Boden graben können. „Auch unerwünschte Pflanzen wie Disteln kommen im weicheren Boden leichter auf und schwächen den Deich zusätzlich.“ Als Folge müssen die Mitarbeiter des LKN die Schäden beseitigen und Gift gegen die Nagetiere einsetzen.

Das kostet Zeit und Geld – unnötigerweise, findet Bornholdt. „Ich habe auch zwei Hunde, aber das was einige Leute am Deich machen, geht nicht. Der Schutz der Küste ist eine ernste Angelegenheit. Irgendwann kommt das Wasser wieder sehr hoch und dann muss der Deich in Ordnung sein“. Deshalb hat Bornholdt seine insgesamt neun Mitarbeiter im Betriebshof an der Störmündung auch angewiesen verstärkt auf Hundebesitzer zu achten, die ihre Vierbeiner nicht anleinen. „Wir sprechen sie an und weisen auf die Leinenpflicht hin“, erklärt Bornholdt. „Für die Kollegen ist das häufig eine unangenehme Aufgabe, weil viele uneinsichtig reagieren und teilweise richtig ausfallend werden.“ Im Zweifelsfall drohe eine Geldstrafe.

Unterstützt werden die Küstenschützer des Landesbetriebes bei der Durchsetzung der Leinenpflicht von der Wasserschutzpolizei. „Wir fahren dort Streife und achten verschärft dort, wo Schafe laufen, darauf, dass alle Hunde angeleint sind“, sagt Norbert Vallentin von der Wasserschutzpolizei in Brunsbüttel. Die Beamten setzen auf die Einsicht der Bürger. „In der Regel gibt es erstmal eine mündliche Verwarnung, aber wenn es nötig ist, verhängen die Kollegen auch Geldstrafen.“ Bei wiederholten Vergehen könnten die empfindliche Höhen erreichen, so Vallentin, der im Gespräch mit unserer Zeitung auch die Bereiche rund um die Häfen in Kollmar und Bielenberg als „Schwerpunkte“ nennt.

Was vielen Hundebesitzern eventuell nicht klar ist: Die Leinenpflicht gilt auch für Deichabschnitte, in denen aktuell keine Schafe laufen. „Es gibt nicht wenige Hunde, die nach Mäusen buddeln und dabei teilweise große Löcher in der Grasnarbe verursachen“, erklärt Deichschützer Bornholdt. Das Graben ihrer Hunde sollten die Hundebesitzer nicht nur wegen des Küstenschutzes, sondern auch aus eigenem Interesse unterbinden: Weil sich die Wühlmäuse an den Deichen stark vermehrt haben, müssen die Mitarbeiter des Landesbetriebes Gift zu deren Bekämpfung einsetzen. Es wird per Injektionspistole direkt in die Löcher eingebracht. Ein Hund, der Mäuselöcher aufgräbt, könnte damit in Kontakt kommen.

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