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Binnenhafen Glückstadt : Offene Luke auf der „Frieda“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tage der Industriekultur am Wasser: Schiffseigner Jürgen Albers lädt Sonnabend und Sonntag zu Aktionen auf dem Ewer und im Binnenhafen ein.

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erstellt am 15.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Am Wochenende gibt es wieder einen Höhepunkt am Binnenhafen. Jürgen Albers nimmt mit seinem Schiff „Frieda“ an den Tagen der Industriekultur am 17. und 18. Juni teil. „Wir zeigen die Frieda und die Geschichte der Ewer, sowie der Gustav-Junge-Werft Wewelsfleth, sie ist der Vorgängerbetrieb der Peters-Werft“, erklärt Jürgen Albers zum Programm. „Dann wird den Besuchern im Binnenhafen mit den beiden Schottel-Beibooten das Wriggen beigebracht und mit dem kleinen Beiboot gesegelt.“ An Land kann mit einem Einrad und einem halben Rad das „Fahrrad“-Fahren ohne Lenker und im Stehen geübt werden.

Besucher sind an Bord gern gesehen. Sie dürfen einen Blick in das private Leben des Glückstädters werfen und sehen, wie der 60-Jährige auf dem alten Ofen unter Deck kocht oder es sich gemütlich macht an dem großen Tisch. „Offene Luke“ nennt Jürgen Albers diese Einladung von 11 bis 18 Uhr. Aber er hat viel mehr zu bieten an diesen beiden Tagen. Stündliche Vorführungen gibt es und auch weitere Aktionen. Dazu gehört das Wriggen mit der Schottel-Schaluppe um 12 Uhr.

Jürgen Albers hätte sich gewünscht, dass in Glückstadt mehr Menschen mitmachen bei den Tagen der Industriekultur. In zwei Jahren finden diese wieder statt, bis dahin hofft er weitere Mitstreiter zu finden. „300  000 Exemplare des Programmheftes werden verteilt“, sagt er zur Organisation der Geschäftsstelle der Metropolregion. „Das ist die beste Werbung überhaupt, eine einmalige PR für alle.“ 131 Objekte in vier Bundesländern machen mit. Darunter Hafenanlagen, Schiffe, Schleusen, Leuchttürme, Brücken, Fabriken, Werften, Wassermühlen, Kraftwerke, Wassertechnik, Schöpfwerke, Bewässerungsanlagen und Museen.

Jürgen Albers ist von Beruf Schiffsbauingenieur. Er arbeitet heute bei der Bundesstelle für Seeunfallsuntersuchungen und ist dort zurzeit kommissarischer Leiter. Zum Beispiel untersuchte er nach dem Schiffsunglück der Costa Concordia das Schiff in Italien. Damals gab es zwölf deutsche Tote.

Seinen Ewer Frieda kaufte Jürgen Albers 2012. Es folgte eine umfangreiche Sanierung. Zeitweise lebte er sogar auf dem Ewer, mittlerweile hat er ein Haus nahe am Glückstädter Hafen gekauft. Und er fühlt sich sehr wohl in seiner neuen Heimat. „Glückstadt ist super.“ Auch für das Schiff ist die Elbestadt inzwischen zum Heimathafen geworden. Die 27 Meter lange „Frieda“ ist ein Ewer mit Historie. Gebaut wurde der Einmaster 1909 auf der Wewelsflether Werft. Die Frieda ist vier Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,10 Meter, mit Schwert 2,50 Meter. Theodor Barkmann ließ 1928 auf der Fack-Werft in Lägerdorf den ersten Schiffsmotor, einen 25 PS starken Glühkopfmotor,in den Ewer einbauen. In den 30er Jahren wurde die Seitenschwerter entfernt und „Frieda“ mittschiffs um acht Meter verlängert. Damit sollte durch die größeren Ladekapazitäten die Wirtschaftlichkeit erhöht werden.

Auf der „Frieda“ wurde damals unter anderem Getreide, Kunstdünger und Zement gefahren. Die Waren wurden mit einer Handwinde am Lasthaken hochgezogen und auf Land wieder abgesetzt. So wie damals gearbeitet wurde, führten es Jürgens Albers und einige Helfer auf der Matjesmeile am vergangenen Wochenende vor. 1959 kaufte die Hamburger Mineralölfirma Ernst Jung den Ewer und machte unter dem Namen „EJ 12“ Versorgungsdienste für die Schiffe im Hamburger Hafen. Die Firma Jung überließ 1982 das Schiff dem Museumshafen Oevelgönne. Von 1983 bis 1986 wurde der Ewer schon einmal restauriert, ehe ihn Jürgen Albers 2012 kaufte.

>Weitere Infos zu „Tage der Industriekultur am Wasser im Internet unter metropolregion.hamburg.de/industriekultur

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