Itzehoe : Obstwiese statt leerer Kleingärten

Schaffen Platz für die neue Vereinslaube: Obfrau Carola Pommerening arbeitet sich mit Unterstützung der Glückstädter Werkstätten durch das Gestrüpp.
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Schaffen Platz für die neue Vereinslaube: Obfrau Carola Pommerening arbeitet sich mit Unterstützung der Glückstädter Werkstätten durch das Gestrüpp.

Tegelhörner bereiten in der Anlage Brahmskamp eine Fläche für Bäume und Bienengarten vor. Die Umweltlotterie Bingo unterstützt die Aktion mit 3800 Euro.

shz.de von
22. Januar 2015, 05:04 Uhr

Itzehoe | In diesen Tagen packt in der Kleingartenanlage Brahmskamp im Stadtteil Tegelhörn ein Arbeitstrupp kräftig an: Dem Schnee und den frostigen Temperaturen zum Trotz reißen Beschäftigte der Glückstadter Werkstätten altes Wurzelwerk aus dem Boden und fahren Schubkarre für Schubkarre Gestrüpp zu einem Container. Wo jetzt noch Giersch in vier leer stehenden Parzellen seine Wurzeln schlägt und eine alte Gartenlaube verfällt, soll bis Herbst 2016, pünktlich zum Tegelhörner Herbstvergnügen, eine Streuobst-Wiese mit Vereinslaube und Bienengarten entstehen.

Das Projekt stemmen die Kleingärtner weitgehend in Eigenarbeit − unterstützt von den Glückstädter Werkstätten. 3800 Euro gibt die Umweltlotterie Bingo bei einem Eigenanteil der Kleingärtner von 25 Prozent. Insgesamt schätzt Obfrau Carola Pommerening die Kosten für das Anlegen der Wiese mit Bäumen, Stauden, Infotafel, Insektenhotel und Trockenmauer auf etwa 6000 Euro. Sie hofft auch auf Unterstützung seitens der Stadt.

Die Parzellen 9 und 11 bis 13 stehen in der Kleingartenanlage schon längere Zeit leer. Es handelt sich um eine Fläche von 1200 Quadratmetern. „Die werden ja wohl bald aufgegeben – das sieht nicht schön aus“, hat Carola Pommerening öfter schon Spaziergänger sagen hören. „Alteingesessene Pächter geben auf, der Nachwuchs fehlt“, ergänzt Uwe Dreier, 2. Vorsitzender des Kleingartenvereins, und umreißt damit ein Problem, vor dem viele Kleingartenvereine stehen. Die Gemeinschaftsarbeit, wie sie unter Kleingärtnern üblich ist, liege nicht jedem, so Dreier. Mit der Umwandlung der vier Parzellen in eine Streuobstwiese mit Bienengarten wollen die Kleingärtner einen neuen Anreiz schaffen. „Durch die Maßnahme hoffen wir, dass die Anlage aufgewertet wird“, so Pommerening. „Für mich ist eine Streuobst-Wiese die perfekte Verbindung von Mensch und Natur, Ertrag und Lebensraum.“

Pommerening schwärmt von einer bunten Blumenwiese, von Äpfel-, Birnen-, Mirabellen- und Zwetschgenbäumen, von Fledermaus-Kästen und Vogelarten, die sich ansiedeln sollen. Bienen von Imker Helmut Gabler sollen für die Befruchtung der Obstblüten zuständig sein. Der Imker wird in Parzelle 9 einen Bienenstock auftstellen. Für die Obsternte kann sich die Obfrau Pflück-Aktionstage vorstellen. Die Kleingärtner hoffen, dass es neben Vögeln und Insekten dann auch die Menschen wieder in die Kleingärten zieht. Zwischen 140 und 180 Euro im Jahr kostet die Pacht pro Garten.

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