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Kleingärtner : Oase für Gärtner und Naturfreunde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburger Umweltausschuss besucht preisgekrönte Kleingartenanlage in Wilster.

Mit der Kleingartenanlage „Großer Brook“ verfügt die Stadt Wilster über ein gärtnerisches Kleinod, das bundesweit seinesgleichen sucht. Davon konnten sich jetzt auch die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses überzeugen. Vorsitzender Jürgen Ruge hatte die letzte Sitzung vor der Sommerpause ins Grüne verlegt. „15  000 Kleingartenanlagen gibt es in Deutschland. Im Bundeswettbewerb landete Wilster im vergangenen Jahr auf Rang 2“, machte Ruge den Stellenwert der Anlage deutlich. Das Aushängeschild Kleingärten kommt den Kreis sogar recht günstig zu stehen: Nur 1000 Euro Zuschuss gibt es jährlich aus der Kreiskasse – für den gesamten Kreisverband.

Bei einem Rundgang machte Kleingartenvorsitzender Heinz-Jürgen Schulz denn auch schnell deutlich, dass die preisgekrönte Anlage vor allem dem Engagement und der Arbeit der insgesamt 76 Mitglieder zu verdanken ist. 90 Parzellen gibt es, aktuell stehen 16 leer. Schulz spricht trotz dieser an heftigem Bewuchs leicht erkennbaren Leerstände von einem positiven Trend. Notfalls wird eine freie Parzelle auch mal in eine schmucke Obstbaumwiese verwandelt.

Heinz-Jürgen Schulz machte allerdings auch deutlich, dass das Kleingartenwesen in einem tiefgreifenden Wandel steckt. Zwar kämen durchaus noch junge Leute nach. Diese seien aber weniger an gepflegtem Gemüseanbau als an einer Stätte zur Freizeitgestaltung interessiert. Überhaupt nicht bewährt habe sich das Angebot eines Schnuppergartens. Der Kleingartenverein hatte eine Parzelle in vier gleich große Stücke aufgeteilt, um die Gartenarbeit potenziellen Interessenten schmackhafter machen zu können. Das Schnupperterrain blieb aber weitgehend verwaist.

Als sehr viel erfolgreicher erwies sich die Ausgestaltung des insgesamt vier Hektar großen Areals, idyllisch gelegen an der Wilster Au. So hat sich im Laufe der Jahre fast die gesamte Anlage Großer Brook zu einem Naturpfad mit Biotop, Bienengarten, Apfelwiese, Schilfgürtel und Informationstafeln entwickelt. Die als Gemeinschaftsaktion gepflegten Besonderheiten locken auch immer wieder Spaziergänger an, die bei den Kleingärtnern gerne gesehen sind. Regelmäßiger Gast ist auch die Kinder- und Jugendgruppe des örtlichen Naturschutzbundes. Für die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit bekam der Nabu sogar schon einen Sonderpreis. Vorstandsmitglied Renate Nitsche schwärmt von der Kleingartenanlage: „Ich gehe furchtbar gerne hier durch.“ Den Ausschussmitgliedern und den Mitarbeitern des Umweltamtes bei der Kreisverwaltung stellte sie die NABU-Parzelle vor: „Insekten suchen, Vogelstimmen hören –es ist sagenhaft, was man im Garten alles machen kann.“ Regelmäßig trifft sich hier denn auch die NABU-Jugendgruppe, um auf Entdeckungstour zu gehen. Dank finanzieller Zuwendungen aus dem Topf der Bingo-Lotterie sind die Naturschützer auch recht gut ausgestattet. „Man muss nur die richtigen Projekte anmelden, und dann muss man auch gar nicht groß betteln“, ermuntert Heinz-Jürgen Schulz die Besucher zu mehr Kreativität bei der Beschaffung von Finanzmitteln.

Im nächsten Jahr wollen die Kleingärtner ohnehin wieder durchstarten. Dann steht die Teilnahme am bereits wiederholt gewonnenen Kreiswettbewerb an. Am Ende stehen vielleicht wieder Meriten auf Bundesebene.

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erstellt am 02.Aug.2015 | 16:16 Uhr

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