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Traditionsveranstaltung : Nur noch Schausteller mit Verträgen

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Stadt reagiert auf kurzfristige Absagen beim Wilster Jahrmarkt im Juli. Ansonsten gibt es eine durchweg positive Bilanz für das neue Konzept.

Jahrzehntelang waren die Jahrmarkt-Macher in Wilster eine eingespielte Gemeinschaft: Für Schausteller und Marktmeister reichten mündliche Vereinbarungen. In diesem Jahr hat das nicht mehr funktioniert. Weil die Stadt nach langen Diskussionen den Traditionstermin auf das dritte Juli-Wochenende verlegt hatte, gab es heftige Reaktionen der Schausteller. Die Folge: Noch zum Jahrmarktauftakt hatte es ein dutzend Absagen gehagelt. Nur in einem Fall argumentierte ein Schausteller glaubhaft mit einem technischen Problem. Die Lücken auf dem Veranstaltungsgelände konnte Marktmeister Manfred Moltzau nicht mehr füllen. Das soll nicht noch einmal passieren. Künftig, so kündigt Bürgermeister Walter Schulz nach einer Sitzung des Jahrmarkts-Ausschusses an, sollen die Schausteller vertraglich an ihr Erscheinen in Wilster gebunden werden. Das sei in anderen Städten längst so üblich.

Die Leerflächen waren allerdings auch der einzige Wermutstropfen beim Jahrmarkt 2015. Der Rummel, der immerhin einen Ruf als der größte seiner Art an der Westküste zu verteidigen hat, erlebte in diesem Jahr eine neue Blütezeit. Das Ziel, so Schulz, mit der Terminverschiebung und einem neuen Konzept dem zuletzt schwächelnden Jahrmarkt wieder auf die Beine zu helfen, sei in vollem Umfang erreicht worden. Aus der Bevölkerung habe er fast durchweg positive Rückmeldungen bekommen. Letztlich stimmten die Besucher auch mit den Füßen ab: „Ich habe seit Jahren nicht mehr so viele Menschen beim abschließenden Feuerwerk gesehen.“

Als gelungen wertet Walter Schulz auch das Einbinden von Vereinen. Allen Akteuren, die sich insbesondere auf der Bühne des Vereins zur Förderung der historischen Rathäuser präsentiert hatten, sprach der Bürgermeister einen ausdrücklichen Dank aus. Selbst bei gelegentlichen Regenschauern seien die Darbietungen dort ein Publikumsrenner gewesen. Das soll noch weiter ausgebaut werden. Um unabhängiger vom Wetter zu werden, plant die Stadt für das nächste Jahr zudem mit einer Überdachung der Bühne.

Als besonders glücklich bezeichnet Schulz das Einbinden des Aurallye-Vereins, was dem Jahrmarkt zusätzliches Publikum beschert habe. „Wir wollten, dass bei den Menschen wieder das Interesse an unserem Jahrmarkt geweckt wird. Und das ist uns gelungen.“ Als vollen Erfolg betitelt Schulz auch den neuen Biergarten am Colosseum.

In jedem Fall sehen sich Schulz und seine Mitstreiter mit dem neuen Jahrmarkts-Termin bestätigt – und das über Fraktionsgrenzen hinweg. Offen sei derzeit allerdings noch der genaue Jahrmarkttermin für 2016. Laut Schulz kommen dafür die Wochenenden um den 16. oder den 23. Juli herum in Frage. Den Termin soll der Sozialausschuss festlegen. Bei dem zweiten Termin würde man mit dem Jahrmarkt sogar in die im nächsten Jahr besonders späten Sommerferien starten.

Bis dahin will der Jahrmarkts-Ausschuss aber weiter an großen und kleinen Stellschrauben für eine gelungene Veranstaltung drehen. Neben den Vertragsverpflichtungen für die Schausteller soll insbesondere der Bereich rund um die Kirche noch mehr mit Leben gefüllt werden. Im Juli hatte die Stadt noch auf eigene Kosten kurzfristig eine Hüpfburg organisieren müssen, um eine Lücke zu füllen. Walter Schulz schwebt jetzt sogar noch eine ganz besondere Attraktion vor: ein Riesenrad direkt neben der Kirche. Das würde den Jahrmarktbesuchern noch einmal ganz besondere Aussichten auf ihre Stadt bescheren.

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