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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 10:24 Uhr

Nur jeder Zweite ging zur Wahl

vom

Kreistag verkleinert sich um acht auf 48 Sitze / Piraten ziehen ins Heider Kreishaus ein

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erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Dithmarschen | Der neue Dithmarscher Kreistag wird kleiner, aber bunter. Sieben Fraktionen teilen sich künftig 48 Sitze. Vor fünf Jahren gab es elf Überhangmandate, was die Zahl der Sitze auf 56 hochschnellen ließ. Zudem wurden auch die Wahlkreise von 27 auf 23 reduziert. Neu in den Reihen der Kreistagsabgeordneten sind die Piraten mit einem Sitz. Deren Spitzenkandidat Axel Sieck hatte zwar zwei Sitze angepeilt, dennoch ist er mit dem Wahlausgang zufrieden. Zumal die 2008 in Dithmarschen gegründete Partei lediglich in 15 Wahlkreisen angetreten war. Sieck ist sich bewusst, dass er als einziger Vertreter seiner Partei im Kreistag nicht viel ausrichten kann. Wichtig ist ihm dennoch, seine politischen Ziele "Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Bürgerbeteiligung" mit Nachdruck zu verfolgen.

Gewinner der Kommunalwahl in Dithmarschen sind die Grünen. Sie konnten ihr Ergebnis von 2008 verdoppeln und die Zahl der Sitze im Kreistag von zwei auf vier erhöhen. "Es ist ein bemerkenswertes Ergebnis", so Holger Dräger. Nach zehn Jahren grüner Abwesenheit schaffte er es vor fünf Jahren, zusammen mit seinem Kollegen Klaus Kronberg, in den Kreistag einzuziehen. "Unsere Stimmen wurden gehört", freut sich der bisherige Kreisvorsitzende, der zusammen mit Dräger den Weg für seine Nachfolger geebnet hat. Die beiden Grünen werden im neuen Kreistag nicht mehr mit dabei sein und Platz für eine jüngere Generation schaffen. Grund dafür ist zum einen das Alter, da Dräger und Kronberg bereits auf die 70 zugehen. Auch Unstimmigkeiten innerhalb der Fraktion führten nach Angaben von Dräger zu der Entscheidung.

Insgesamt hat Dithmarschen damit aber nur einen leichten grünen Anstrich. Bis auf die Sitze im Kreistag sind die Grünen nur noch in Brunsbüttel in den politischen Gremien aktiv. Nach wie vor ist der Kreis politisch schwarz. Die CDU konnte ihre Vormachtstellung behalten - auch wenn sie fünf Sitze abgeben mussten, sind die Christdemokraten nach wie vor stärkste Kraft im Kreistag. Für Fraktionsvorsitzenden Hans-Harald Böttger ein gutes Ergebnis. Immerhin konnte die CDU 21 Direktmandate gewinnen.

"Wir machen nicht nur Parteipolitik, sondern entscheiden im Interesse des Kreises", erklärt der Spitzenkandidat das gute Abschneiden. "Politik für Dithmarschen zu machen, macht nach wie vor Spaß", so Böttger, der dieses Amt nach 15 Jahren voraussichtlich abgeben und dafür in die Fußstapfen von Kreispräsident Karsten Peters treten wird. Der Eggstedter steht für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung. Entschieden wird darüber am 20. Juni im Kreistag. Große Überraschungen wird es aber wohl nicht geben. Die CDU als stärkste Kraft im Kreis hat das Recht, den Kandidaten für diesen Posten zu stellen. "Es ist eine Ehre, diesen Posten zu übernehmen", erklärt der eingefleischte Christdemokrat.

Wenig Freude herrscht bei der UWD, die einen Sitz verloren hat. "Wir hatten fest mit sechs Sitzen gerechnet", bedauert Fraktionsvorsitzender Helmut Meyer. Die Ursache liegt nach seiner Ansicht in der Vielfalt der Parteienlandschaft und einer Umverteilung zwischen den kleinen Parteien. Von ihrem Kurs will sich die UWD dennoch nicht abbringen lassen. "Wir werden auch weiterhin unsere an den Wähler orientierte Politik durchziehen", so Meyer. Dazu zählt er gesunde Finanzen, das Gelingen der Energiewende und auch den Erhalt der kleinen Dorfschulen.

Enttäuscht ist die FDP, die zu den Verlieren der Kommunalwahl 2013 im Kreis gehört. Erklären kann sich Fraktionsvorsitzende Veronika Kolb das schlechte Ergebnis nicht. "Wir haben einen tollen Wahlkampf gemacht." Ob die FDP sich politisch anders aufstellen wird, soll in einer Klausurtagung abgeklopft werden. Fest steht für Veronika Kolb, dass die lokale Präsenz erhöht werden muss und Politik nicht nur in den Gremien stattfinden darf. "Große Bauschmerzen" bereitet ihr die geringe Wahlbeteiligung. Nur jeder zweite Wahlberechtige hatte am Sonntag sein Kreuzchen gemacht: 50,2 Prozent der Wahlberechtigten. "Das ist sehr erschreckend. "

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