zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 13:13 Uhr

„Nur gemeinsam sind wir stark“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auftaktveranstaltung zur UN-Behindertenrechtskonvention im Kreis Steinburg mit 150 Besuchern

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 15:53 Uhr

„Es geht um das bunte und gleichberechtigte Miteinander-Verbundensein. Nur gemeinsam sind wir stark!“ Unter dieses Motto stellte Dietrich Haeberlein (Foto), Beauftragter des Kreises Steinburg für Menschen mit Behinderung, die Auftaktveranstaltung zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Ein einstimmiger Kreistagsbeschluss im Juni 2015 hatte es ermöglicht, diese Veranstaltung in Itzehoe zu finanzieren und zu organisieren.

Bei schönstem Herbstwetter kamen etwa 150 Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet. Viele Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps waren darunter – Menschen mit Rollstuhl, sehbeeinträchtigte, schwerhörige oder gehörlose Menschen, Menschen mit psychischer oder geistiger Beeinträchtigung, Angehörige und professionell oder ehrenamtlich mit dem Thema befasste, interessierte Schülerinnen und Schüler. Dank der umfassenden Vorbereitung und Unterstützung, auch von Schülern des Regionalen Berufsbildungszentrums Steinburg (RBZ), war auch für Barrierefreiheit gesorgt, unter anderem konnte den Redebeiträgen mit Hilfe von zwei Schriftdolmetscherinnen gefolgt werden.

Landrat Torsten Wendt betonte, dass Menschen mit Behinderung und Flüchtlinge keine konkurrierenden Gruppen seien. Bei beiden Gruppen gehe es um die Zuerkennung von Menschenrechten. Im Anschluss wies Dietrich Haeberlein unter anderem auf den Aktionsplan der Bundesregierung hin: „Ziel ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben und zusammenleben.“ Für den Kreis Steinburg bedeute dies nicht vorrangig, dass es um Geld gehe, aber natürlich werde man auch an der ein oder anderen Stelle Geld in die Hand nehmen müssen, um die schlimmsten Hindernisse zu beseitigen, betonte Haeberlein. Genauso gehe es aber darum, Barrieren in den Köpfen abzubauen, eine vernünftige Zukunftsplanung zu betreiben, um Fehlinvestitionen mit hohen Folgekosten zu vermeiden. Auch beim Kreishausneubau werde dies eine zentrale Rolle spielen.

Im Mittelpunkt stand dann – nach der Rede des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Dr. Ulrich Hase, – die interaktive Phase, moderiert von Yvonne Vockerodt und Carsten Roeder. Dabei mussten die Teilnehmer durch zehn Lebensbereiche reisen, darunter Mobilität, Bildung, Familie, gesellschaftliche und politische Teilhabe. In immer wieder neu zusammengesetzten Kleingruppen sammelten die Teilnehmer hemmende und fördernde Bedingungen speziell in Steinburg oder entwickelten Verbesserungsideen. Viele spontane Gespräche entstanden, die in der Mittagspause bei einem kostenlosen Imbiss fortgesetzt wurden.

Nach der Stärkung ging es gemeinsam in eine erste Auswertungsphase, zu der sich alle Kleingruppen wieder im großen Saal zusammenfanden. „Ich konnte viele Anregungen und Arbeitsaufträge für mich mitnehmen. Es ist für mich eine wichtige und bereichernde Veranstaltung gewesen, und ich bin glücklich über das große positive Feedback, das ich von vielen Teilnehmern unserer Auftaktveranstaltung erhalten habe. Der Anfang ist gemacht, jetzt werden wir gemeinsam weitermachen“, betonte Haeberlein am Ende der Veranstaltung.

Fortgesetzt werde die Auswertung in einer Arbeitsgruppe, die auch schon mit der Vorbereitung und Organisation der Auftaktveranstaltung befasst war. Die Zusammenfassung der Ergebnisse wird dann dem Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit und danach dem Kreistag vorgelegt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen