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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 16:11 Uhr

Nur Disteln trüben das Bild am Elbdeich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Herbstliche Schau: Deichgrafen und Behörden haben am Zustand der Schutzwälle gegen Sturmfluten nichts auszusetzen

Der Oberdeichgraf ist zufrieden, seine Mitstreiter sind es auch. „Hier müsste man vielleicht mal ein paar Disteln wegmähen“, meinte Klaus-Peter Krey. „Damit wir überhaupt etwas für das Protokoll finden.“

Auf Einladung des für die Landesschutzdeiche verantwortlichen Landesamtes für Küstenschutz (LKN) inspizierte Krey gemeinsam mit den vier für die 17 Kilometer lange Strecke zwischen Büttel und Störsperrwerk zuständigen Deichgrafen sowie Vertretern von Feuerwehr und Katastrophenschutz den Zustand der Elbdeiche in der Wilstermarsch. Das im Anschluss von LKN-Abschnittsleiter Ralf Pommerening verlesene Protokoll fiel kurz und knapp aus. Abgesehen vom Distelbewuchs muss lediglich ein Entwässungsgraben im Bereich Arentsee entkrautet werden. Auch soll die Entwässerungssituation bei zwei Grundstücken geprüft werden. Schließlich müssen die Behörden noch Zuständigkeiten für Treppen und Bänke klären. Fazit von Pommerening: „Der Deich sieht gut aus.“ Nicht einmal das in der Krempermarsch weitverbreitete Problem mit Wühlmäusen macht den Wilstermarsch-Deichgrafen allzu großen Kummer. Sie tragen im Ernstfall die Verantwortung, sind die ehrenamtlichen Einsatzleiter vor Ort. „Hier müsste man vielleicht noch mal die Schafe drüberschicken“, kam lediglich eine kleine Anregung für die Pflege eines Teilstücks. Die biologischen Rasenmäher halten traditionell den Bewuchs auf den Elbdeichen kurz und sorgen dabei gleichzeitig für die erforderliche Festigkeit des Bodens. „Die Grasnarbe sieht gut aus“, lobte Oberdeichgraf Krey auch hier. Um alles andere kümmern sich die neun LKN-Mitarbeiter von ihrem Bauhof am Störsperrwerk aus. Zur gestrigen Deichschau war das Gelände links und rechts vom Schutzwall dann schon besonders schier gemacht. Auch sonst sind die Mitarbeiter für die neue Sturmflut-Saison gerüstet. Am Bauhof liegen Berge von Faschinen bereit. Die Rutenbündel aus Tannenholz werden im Notfall gebraucht, um Löcher im Deich zu stopfen. Werden die Bündel nicht gebraucht, kommen sie am Kaiser-Wilhelm-Koog zum Einsatz. Zum nächsten Winter gibt es dann frische Faschinen.

Für ihre Inspektionstour hatten sich die Deichgänger gestern in zwei Gruppen aufgeteilt und zu jeweils zweieinhalbstündigen Fußmärschen aufgemacht – allerdings auch mit einer Pause. So standen am Schöpfwerk Hollerwettern Kaffee, belegte Brötchen und ein hiesiger Damenlikör bereit.

Mit von der Partie waren übrigens auch drei Vertreter des Kreisverbindungskommandos Steinburg. Die Reservisten sind seit zehn Jahren Teil des Katastrophenschutz-Konzepts. Im Ernstfall sitzen sie mit im Lagezentrum im Keller des Itzehoer Kreishauses. Bei Bedarf können sie dafür sorgen, dass uniformierte Hilfe herbeieilt. Weil die Bundeswehrstandorte im Norden inzwischen aber arg ausgedünnt sind, machen hier allerdings oft längere Vorwarnzeiten Sinn.

„Der Deich sieht gut aus“, fasste Klaus-Peter Krey am Ende noch einmal zusammen. Auch der Oberdeichgraf und seine Deichgrafen sind für kommende Aufgaben gerüstet. Nachdem sie mit dem Wunsch nach wetterfester Einsatzkleidung beim Kreis und beim Landesamt abgeblitzt waren, hat die Ausstattung der Deich- und Hauptsielverband übernommen. „Damit soll es jetzt aber auch gut sein“, meinte Krey, der den Vertretern dieser beiden Behörden den Wink mit dem Zaunpfahl aber nicht ersparen wollte.

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erstellt am 14.Okt.2015 | 14:37 Uhr

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