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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 12:45 Uhr

Hindernislauf : Nur die Harten kommen nach Wacken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

2622 Läufer starten bei Premiere des Strongman-Run und dabei gehen auch Teams aus der Region auf den Parcours.

„Ich will es wissen – ich nehme die Herausforderung an“, sagt Ben aus Schwerin und lächelt. Noch. Eigentlich wisse er gar nicht so genau, was ihn bei dem weltgrößten Hindernislauf, dem Fisherman’s Friend Strongman Run, erwarte. „Ich lass das daher mal ganz entspannt auf mich zukommen – dabei sein ist alles“, sagt der 39-Jährige. Außerdem könne es ja gar nicht so schlimm sein.

So ähnlich denken vermutlich noch andere. Schließlich nehmen mit dem Schweriner 2622 – 589 Frauen und 2033 Männer – weitere Läufer aus ganz Deutschland teil. Und die hatten sich genau dort versammelt, wo sonst einmal im Jahr nur hart gesottene Metal-Fans ausgelassen feiern. Am Wochenende quälten sich die Teilnehmer des erstmals in Wacken ausgetragenen Lauf-Events auf einer zehn beziehungsweise 20 Kilometer langen Strecke.

Auf dem „Holy Ground“, dem heiligen Boden, warteten unter anderem nicht nur wackelige Kletternetze und tiefe Schlammgruben auf die Teilnehmer, sondern auch meterhoch gestapelte Strohballen, steile Wasserrutschen, kalte Wasserbecken, ein Schaumbad und imposante Konstruktionen aus Überseecontainern auf die Läufer. Und so manch einem waren die Strapazen nach nur wenigen Kilometern bereits anzusehen. Da halfen auch lautstarke Anfeuerung oder Schilder der mitgereisten Fans am Rande der Strecke nichts mehr.

„Ich kann nicht mehr“, hörte man einen nach Luft schnappenden Teilnehmer sagen, nachdem er auf allen Vieren und vergeblich nach Kräften suchend aus dem Schaumbad gekrochen kam. „Du läufst weiter – es ist gleich vorbei“, feuerte ihn sein Mitläufer, dessen Kondition deutlich besser war, an.

Die am Vortag aus Magdeburg angereisten Teilnehmer konnte der Strongman-Run-Parcours aber nicht erschüttern. „Wir haben in der Vergangenheit so hart trainiert – uns bekommt man nicht klein“, waren sich Sandro Kupps (50), Marion Harpke (49) und Olaf Ziem (55) sicher, während Einzelkämpfer Frank Ebert aus Wedel seine Teilnahme am Strongman als weitere Trainingseinheit für den gestrigen Hamburg-Marathon nutzte – und das sogar in einem königlichen Kostüm. „Ich absolviere die heutige Strecke verkleidet als der bekannte Roland aus Wedel mit Krone, Schwert und Reichsapfel“, sagte der 50-Jährige.

Doch nicht nur jede Menge Einzelkämpfer waren auf der Strecke – unter anderem hatten sich auch Mitarbeiter des Amtes Schenefeld sowie der Firma von Pein aus Itzehoe und der Steinbeis Papier aus Glückstadt zu Teams zusammengeschlossen. Und so war der stärkste Hindernislauf ein Schauplatz für jede Menge eindrucksvoller Bilder: Als Panzerknacker, Wikinger, Babys, Könige, Schlümpfe, Superman und Geister verkleidete Teilnehmer verteilten sich über die gesamte Strecke und boten den Zuschauern ein tolles Spektakel.

Und es gibt eine Fortsetzung: „Für die Region ist der Fisherman’s Friend StrongmanRun ein weiteres Eventhighlight. Und es ist toll gelaufen. Ich denke, wir haben mal wieder gezeigt, dass die Norddeutschen nicht aus Zucker sind und freuen uns schon auf die zweite Ausgabe hier bei uns am 17. Juni 2017“, so Holger Hübner von der ICS Festival Service GmbH.

>Ergebnisse der Gesamtdistanz (20 Kilometer): Robin Dechant (01:16:33) vor Marco Kolmorgen (01:21:57) und Elte Hupkes (01:24:22); bei den Frauen gewann Susanne Kraus (01:30:55) vor Sara Kamzela (01:38:50) und Helene Schrader (01:48:31).


>Bei den Rookies (zehn Kilometer) hieß der Sieger Dieter Schwarzkopf (00:37:07) vor Thomas Wittwer (00:37:12) und Matthias Burckhart (00:40:19); bei den Frauen gewann Selina Wallmann-Sievers (00:52:30) vor Jacqueline Neuendorf (00:54:00) und Yvonne Wagner (00:56:12).

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