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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 11:50 Uhr

Novum beim Fest der Rotarier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erzbischof hält Festrede in St. Laurentii

Mit einem Festakt in der St. Laurentii-Kirche hat der Rotary Club Itzehoe sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Die Festrede hielt der emeritierte Erzbischof Dr. Werner Thissen – und war nach den Erkenntnissen von Berend Siemens, Propst im Ruhestand und Rotarier, der erste Erzbischof überhaupt in St. Laurentii: „Mit Ihrer Anwesenheit schreiben Sie ein Stück Kirchengeschichte dieses Hauses.“ Das sei ein wunderschönes Zeugnis gelebter Ökumene.

Cord Plesmann hatte sich für seine Rotary-Präsidentschaft vorgenommen, eine Wertediskussion anzustoßen. Es herrsche eine „Zeit der coolen Distanz einerseits und des religiösen Fanatismus andererseits“. Immer rascher aufeinander folgende Krisen bereiteten Sorge, der stetig wachsende Zuzug von Bewohnern krisengeschüttelter Regionen führe in der Gesellschaft zu deutlich sichtbarer ethnischer und religiöser Verschiedenheit. „Dies darf gerade in unserem Land nicht als Bedrohung verstanden werden, sondern muss als Chance und Bereicherung genutzt werden“, sagte Plesmann. Die Rotarier wollten ihrer sozialen Verantwortung durch wirkende Taten gerecht werden, zum Beispiel durch ein Spendenprojekt im katholischen Familienzentrum für sprachliche und soziale Integration. „Ohne sich ausdrücken zu können, ist die soziale Teilhabe stets begrenzt. Wir wollen diese Grenzen aufbrechen.“

„Werte und Wohlergehen – Was treibt uns an?“ lautete Thissens Thema. Individualität und Entscheidungsfreiheit seien ein hohes Gut. Während einige Menschen sich abmühten für andere, versuchte andere, möglichst viel vom Leben zu haben. „Der Einsatz für Werte und ein glückliches Leben gehören zusammen“, so der emeritierte Erzbischof. „Haben oder Sein, was ist für den Menschen vorrangig?“ Wachstum sei einer der wichtigsten Werte in der Wirtschaft. Aber der Mensch sei auch ein soziales Wesen. Der Wert des Religiösen dürfe nicht unterschätzt werden. „Religiöse Menschen sind im Schnitt zufriedener als andere Menschen“, gab Thissen das Ergebnis von Umfragen wieder. Es gebe Werte, die mit Kaufkraft nicht zu beziffern seien, die aber alles andere überträfen.

Für den Kreis gratulierte der stellvertretende Kreispräsident Werner Schultze, für die Stadt Bürgervorsteher Heinz Köhnke. Mit viel Beifall wurden die in Deutsch vorgetragenen Grußworte von Jonna Gronver aufgenommen, Präsidentin des Partnerclubs Rotary Club Ry in Dänemark. Sie freute sich über die geschlossenen Freundschaften. Vertreten waren auch der französische Partnerclub Rotary Club Saint Lô, der Lions Club Glückstadt, die Rotary Clubs Wedel und Sylt sowie der Frauen-Serviceclub Inner Wheel Itzehoe. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den beiden „Königsinstrumenten“, wie Siemens sie bezeichnete: Orgel, gespielt von Matthias Rheinländer, und Trompete (Jan Gospodinow).

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erstellt am 23.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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