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Wirtschaft : Nölke-Stiftung kauft Berendsen-Areal

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Wäscherei-Gelände soll von „Dr. Kurt und Ilse Nölke-Stiftung“ entwickelt werden. Konkrete Pläne bisher unbekannt

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erstellt am 06.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Idee auf dem ehemaligen Berendsen-Gelände ein Einkaufszentrum zu bauen, ist vom Tisch. Denn das Areal an der Ecke Stadtstraße und Christian–IV.-Straße hat die „Dr. Kurt und Ilse Nölke-Stiftung“ gekauft. Dies teilt Stiftungssprecher Jochen Nölke in einer Pressemitteilung mit. Bevor das zirka zwei Hektar große Gelände 1996 an den Konzern Berendsen verkauft worden ist, war es im Besitz der Familie Nölke. Sie betrieb dort eine Großwäscherei mit zuletzt 800 Mitarbeitern. Nach mehrmaligen Arbeitsplatzabbau wurde die Wäscherei 2010 geschlossen. Nur die Verwaltung blieb. Für die heute rund 50 Mitarbeiter der Berendsen-Verwaltung bedeutet der Kauf durch die Stiftung in den kommenden zwei Jahren einen Standortwechsel. Laut Berendsen-Geschäftsführer Torden Schade ist ein Umzug an einen anderen, zentraleren Standort vermutlich in Hamburg geplant. „Die Berendsen-Mitarbeiter sind bereits informiert“, sagt Schade.

Jochen Nölke teilt zum Vorhaben der Stiftung mit: „Anfang Juli dieses Jahres hat die Stadtvertretung ihren bereits in 2014 gefassten Beschluss nochmals bestätigt, dass auf dem verwaisten Wäscherei-Gelände der Firma Berendsen kein Einkaufszentrum entstehen soll – wie dies von dem holländischen Projekt-Entwickler ‚ten Brinke‘ geplant war.“ Ziel der Stiftung sei es jetzt, im Sinne der Familie Nölke die Förderung gemeinnütziger Projekte in Glückstadt und Umgebung zu ermöglichen. Was konkret auf dem Gelände geplant ist, gibt Jochen Nölke zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Er will die Öffentlichkeit aber in den kommenden Monaten darüber informieren.

„Da das ehemalige Wäscherei-Grundstück an sehr prominenter Lage zwischen dem wunderschönen Rhin, dem restaurierten Binnenhafen und dem historischen Stadtkern liegt, glaubt die Stiftung, dass die zukünftige Entwicklung dieses Geländes zum Wohle der Stadt Glückstadt sehr besonnen und vorsichtig angegangen werden sollte“, so Nölke. „Dabei sollte sein besonderes Potential in Bezug auf Kunst und Kultur, Denkmal- und Naturschutz sowie Heimatpflege – ohne wirtschaftliche Zwänge – bei allen weiteren Planungen in besonderem Maße berücksichtigt werden.“ In diesem Sinne verstehe die Stiftung ihr Engagement für Glückstadt und für das nun erworbene Grundstück am südlichen Eingang zur Innenstadt.

Für Glückstadt bedeuten die Pläne voraussichtlich den Verlust der aktuell 50 Arbeitsplätze in der Verwaltung der Großwäscherei. Zu Entlassungen soll es aber nicht kommen, heißt es von dem Unternehmen. Jochen Nölke und Torben Schade teilen in einer gemeinsamen Erklärung mit: „Für die Firma Berendsen, die an neun Standorten in Deutschland und Österreich textile Dienstleistungen für das Gesundheitswesen anbietet, es notwendig, dass die Zentrale schnell und verkehrsgünstig erreichbar ist. Mit dem Verkauf der Grundstücke wird die Firma Berendsen im Laufe der nächsten zwei Jahre einen verkehrsmäßig günstig gelegenen Standort im Raum Hamburg beziehen. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten, und die Firma Berendsen setzt darauf, dass die Berendsen-Mitarbeiter diesen Schritt in die Zukunft begleiten.“

Bürgermeister Gerhard Blasberg weiß von dem Verkauf an die Stiftung. „Wir freuen uns über den Ansatz“, sagt der Verwaltungschef, auch wenn er die genauen Pläne nicht kennt. Aber er ist sich sicher: „Jochen Nölke will etwas für die Stadt tun.“ Blasberg will jetzt schnell Kontakt zu ihm aufnehmen, um mehr zu erfahren. Denn: „Das Gelände ist planungsrechtlich spannend.“

Das sagt auch Bauamtsleiter Lüder Busch: „Es ist spannend, weil es in direkter Nähe zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Stadtstraße liegt. “ Es gelte die Verträglichkeit der Nutzung abzustimmen. „Es hängt vom Vorhaben ab, ob dort ein Bebauungsplan notwendig sein wird. Wenn Gebäude nur umgenutzt werden, ist keiner notwendig. Das Gebiet ist jetzt de facto bereits ein Gewerbegebiet.“ Nicht unwichtig sei bei dem Vorhaben, welches auch er noch nicht genau kenne, eventueller Verkehrslärm. Wie der Bürgermeister auch, hofft der Bauamtsleiter auf schnelle Gespräche.

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