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Landesunterkunft : "Noch ist alles recht provisorisch"

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Torhaus der ehemaligen Marinekaserne in Glückstadt noch nicht fertig eingerichtet. Leiter der Flüchtlingsunterkunft und DRK ohne eigene Räume.

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erstellt am 09.Dez.2015 | 17:52 Uhr

Lärm von Bohrmaschinen und Baukreissägen, der Geruch von frischer Farbe liegt in der Luft. Die Räumlichkeiten in den oberen Stockwerken des Torhauses in der Marinekaserne werden bezugsfertig gemacht. Dabei gehen im ersten Stockwerk die Campleitung der Flüchtlingsunterkunft, Polizei und das Deutsche Rote Kreuz ihrer Arbeit nach.

„Laut Bauleitung soll das Gebäude am 18. Dezember fertig eingerichtet sein“, sagt André Radunz, Leiter der Polizeidienststelle. Er selbst hat bereits ein Büro. „In der Nähe der Heizlüfter sind zwar gefühlte 35 Grad, und es ist alles noch recht provisorisch, aber wir können hier arbeiten.“ Aktuell sei die Polizeistation mit neun Beamten besetzt, ab der nächsten Woche komme ein weiterer Kollege hinzu. Die Station ist planmäßig werktags und an einem Tag am Wochenende von 7 bis 20 Uhr besetzt. „Momentan liegt unsere Arbeitszeit hier über jeder Verordnung. Die 41-Stunden-Woche ist nicht machbar.“ Doch das solle sich bald ändern. Die Arbeit im Camp sei noch absolutes Neuland – auch für seine Vorgesetzten. „Das hat schon seinen Reiz“, so Radunz. Er könne relativ autark entscheiden. Die Polizei ist aktuell für rund 350 Asylsuchende zuständig, regelmäßig kommen neue dazu. Momentan könnten 800 Menschen aufgenommen werden.

„Wir haben die Polizei gefragt, ob sie uns Unterschlupf geben, damit wir arbeiten können“, sagt Reimer Tiedemann, Koordinator der Glückstädter Landesunterkunft. Er zeigt auf seine Hemdtasche und zieht zwei Mobilfunkgeräte heraus. „Doch ist das hier im Prinzip weiterhin mein Büro.“ Es sei schon eng mit allen in den wenigen Räumen, aber es funktioniere. Eigentlich sollte im unteren Stock des Torhauses nur die Polizeistation sein, doch zurzeit arbeiten dort alle in der Flüchtlingsunterkunft beschäftigten Institutionen und Behörden.

„Das Torhaus soll Anfang des nächsten Jahres ganz betriebsfertig sein“, sagt Tiedemann. Nur die Räume in der unteren Etage des großen Gebäudes sind bisher fertig eingerichtet. Die Büroausstattung und Technik steht, die sanitären Anlagen wurden soweit gemacht. Tiedemann tritt an eines der Waschbecken heran. Als er den Wasserhahn öffnet, geschieht jedoch nichts. „Wir haben noch kein fließendes Wasser und das Abwasser fehlt auch noch.“ Die Rohre seien schon verlegt, könnten aber noch nicht genutzt werden. Deshalb stehen vor dem Gebäude Toilettencontainer.

Auch die Heizung läuft noch nicht. Das Torhaus wird durch große Kunststoffrohre beheizt. Die gelben Röhren ragen durch ein Fenster in den Flur des jeweiligen Stockwerks. Sie pumpen beständig warme Luft hinein. „Die Heizlüfter sollen das Gebäude nicht nur heizen, damit wir vernünftig arbeiten können, sondern auch trocken halten“, so Tiedemann. In den Räumen neben dem Gebläse herrschen fast tropische Temperaturen, in den hinteren ist es kühl.

„Die Räume der oberen Stockwerke werden noch vorbereitet.“ Die meisten sind schon fertig gestrichen, aber noch ohne Mobiliar. „Hinten, da wo früher die Krankenstation der Marinekaserne war, werden wir die Quarantäne einrichten.“ Im zweiten Stock würden zudem das Deutsche Rote Kreuz und auch die Sachbearbeiter des Landesamtes ihre Büroräume bekommen.

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