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Niveau-Retter;Brücken-Gucker;Schnatter-Wecker

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erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Der Mai ist gekommen, die Kaninchen wollen aus dem Hut. Das führt zu Ereignissen wie dem Hauptausschuss. Das Forum nutzte UWI-Fraktionsvorsitzender Hans Emil Lorenz, um zu verkünden, dass das Bürgerbegehren zum Treibhaus auf Alsen nun doch erfolgreich war. Das Innenministerium hatte es im Januar abgeschmettert, nun machte es eine Kehrtwende, nachdem sich das Gesetz geändert hatte. Das war möglich, weil die Initiatoren aus den fünf Fraktionen UWI, DAF, IBF, FDP und Linke vor dem Verwaltungsgericht geklagt hatten und das Verfahren damit noch schwebte. Dass sie Erfolg haben würden, war seit März eigentlich klar - und jetzt, drei Wochen vor der Wahl, musste es einfach mal raus. Treuherzig wurde erklärt, dass es nur um Information gehe, während die andere Seite - so muss man es leider nennen - in Person des Bündnisgrünen Peter Dawiec vor allem eine Wahlkampf-Aktion sah oder, in Person von Dr. Markus Müller (CDU), "betrübt" daran erinnerte, dass Lorenz als Federführender beim Thema Bürgerbegehren gleichzeitig der Vermieter des provisorischen Jugendtreffs am Holzkamp sei und damit von einer Verlängerung des Vertrags profitiere. Lorenz ließ das natürlich nicht auf sich sitzen: Als das Objekt angemietet worden sei, habe er nicht der Ratsversammlung angehört. Müllers Konter: "Aber jetzt!" - Dieses Geplänkel wird wohl nur der Auftakt sein eines unerfreulichen und von persönlichen Animositäten dominierten Ringens bis zum Bürgerentscheid, der womöglich am 22. September mit der Bundestagswahl stattfindet, so wollen es zumindest die Initiatoren. Kaum vorstellbar also, dass die Gräben in der Itzehoer Kommunalpolitik kleiner werden. Die Kommunalwahl wird es nicht richten, dafür stehen zu viele Protagonisten wieder zur Wahl. Gute Demokraten sind natürlich alle Beteiligten, das wird besonders bei einem Thema wie Bürgerbegehren hervorgehoben. Wie wäre es denn dann, das kommunal politische Niveau endlich wieder auf eine demokratiewürdige Stufe zu heben?

Hauruck, hauruck - nein, so schnell und zackig wie beim Pyramiden-Bau mit Asterix und Obelix ging es nicht zu am Dienstag auf der Störbrücken-Baustelle. Das 120 Meter lange Mittelteil der künftigen Autobahnbrücke einzusetzen, war ein Kraftakt und ein Geduldsspiel. Erst nach vielen Stunden war der 1200-Tonnen-Koloss über die Stör geschoben und hing an den Seilen dreier Kräne, ganz langsam ging es dann nach oben, weil ständig ausgeglichen werden musste, um ein Verkanten zu vermeiden. Nicht gerade ein Action-Spektakel also - und doch waren wieder viele Zuschauer auf dem Deich dabei, wie schon bei der ersten Hebe-Aktion vor gut fünf Jahren. Ganze Straßen waren zugeparkt, aber es hatte wieder niemand daran gedacht, eine Wurstbude aufzubauen. Durchaus ungewöhnlich in Zeiten, in denen sonst keine Ansammlung von mehr als fünf Personen ohne Wurststand auskommt.

Eigentlich könnte Fred Rattmann morgens ausschlafen. Doch der Rentner wird täglich geweckt: "Pünktlich um sechs Uhr schnattern die Gänse vor dem Haus", erzählt er lachend. Vier Graugänse kommen regelmäßig im Graf-Egbert-Ring vorbeigeflogen. Ein Anblick, den er sich nicht entgehen lässt. Er beobachtet die Gänse, wenn sie auf dem Hausgiebel gegenüber sitzen - oder in einem der Krähennester in den Bäumen, die er vom Schlafzimmerfenster aus sehen kann. Manchmal bleibe die Gans beim Anflug mit einem Fuß in den Ästen hängen, taumele und rette sich anderswo hin. "Sollte sie mal abstürzen, kann ich sofort hinlaufen, um sie zuretten."

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