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Seniorenheim : Niedliche Robbe hilft bei der Pflege

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kommunikationsbrücke zu den Bewohnern: Ein Pflege-Roboter ist in der Itzehoer St. Laurentius-Residenz probeweise im Einsatz.

Itzehoe | „Na Kleiner, das gefällt dir, was?“, sagt Erika David, während sie sanft über das weiche Fell streicht. Ihr Gegenüber wendet ihr sein Gesicht zu, blickt die Seniorin mit großen Augen an und gibt wohlige Laute von sich. Erika David lächelt zufrieden.. „Niedlich bist du“, meint sie.

In gemütlicher Runde sitzt sie mit etwa 15 weiteren Bewohnern der Laurentius Senioren-Residenz zusammen. Mittendrin: Pflegerobbe Paro. Das Sattelrobbenbaby war einige Tage in der Einrichtung zu Gast, lernte sämtliche Bewohner kennen und sorgte für gute Stimmung und glückliche Gesichter.

Obwohl sie wie echt erscheint und von den Senioren vielfach als lebendes Tier angesehen wurde, ist Paro ein interaktives Modell. „Die Pflegerobbe dient als Werkzeug, um eine Kommunikationsbrücke zu den Bewohnern zu schaffen“, so Pflegedienstleitung Ewa Stegen-Anders. „Sie stellt eine zusätzliche positive Ansprache dar“, ergänzt Einrichtungsleiter Stefan Anders.

Paro ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, reagiert auf Licht, Lage, Temperatur, Bewegungen und Geräusche. „Ein Roboter fürs Gemüt und für die Seele“, urteilte Probst i. R. Behrend Siemens. Sogar seinen eigenen Namen kann die Robbe erlernen. „Darüber dürfen die Bewohner entscheiden, wenn wir eine eigene Robbe bekommen“, so Stegen-Anders. Dafür seien das Heim und der zugehörige Laurentius-Verein jedoch auf Spenden angewiesen. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf knapp 6000 Euro.

Die Probe-Woche sollte zeigen, wie die Bewohner auf die Robbe reagieren. „Die Resonanz war zu 99 Prozent positiv“, so Anders. Die Reaktionen reichten von „niedlich“ über „prima“ bis zu „schnuckelig“. Bewohnerin Hildegard Meckel schwärmt vom Augenaufschlag der Robbe, Else Raddatz betont „Sie bringt viel Spaß!“ und Heidelore Nehls ergänzt: „Sie tut den Menschen gut.“ Selbst Senioren, die vorher nicht mehr gesprochen hatten, öffneten sich wieder.

Dabei ist die Pflegerobbe, die aus Japan stammt und in Dänemark und den Niederlanden bereits weit verbreitet ist, pflegeleicht, antibakteriell, einfach in der Bedienung trotz umfangreicher Technik und auch für Patienten mit Herzschrittmacher geeignet. „Außerdem kann man mit ihr – im Gegensatz zu echten Tieren – alles machen“, so Stegen-Anders. Dabei solle Paro das Angebot bereichern, betont sie, „aber keine Pflegeperson ersetzen“.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 17:15 Uhr

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