zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 12:24 Uhr

Niedersachsen entdecken Brunsbüttel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schleusenstadt verzeichnet mehr Tagestouristen seit Eröffnung der Fährverbindung / Ausschilderung für Ortsfremde noch nicht optimal

Seit dem 20. August sorgen mit „Grete“ und „Anne-Marie“ zwei moderne Fährschiffe der Elb-Link-Reederei für eine direkte Verbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven. Die Reaktivierung der Fährverbindung erzeugt auf beiden Seiten der Elbe gleichermaßen Euphorie. „Die Besucherzahlen in unserer Stadt sind spürbar gestiegen. Alleine in der Tourist-Information verzeichnen wir einen Besucherzuwachs von durchschnittlich 70 Gästen pro Tag“, zeigt sich Stadtmanagerin Anne-Merle Wulf von der Resonanz begeistert. Hinter den Kulissen laufen intensive und umfangreiche Planungen, um die neue Verkehrsanbindung, die innerhalb eines Vierteljahres geplant und eingerichtet wurde, bestmöglich in bestehende Strukturen einzubinden.

Unter anderen werden Gespräche mit der Stiftung Mensch über die Errichtung eines Fahrradverleihs am Brunsbütteler Fähranleger geführt. Ferner werden die Möglichkeiten eines Shuttle-Service für Reisende geprüft, die zu Fuß die Überfahrt von Cuxhaven bestritten haben. „Ein Wunschszenario wäre unter anderen die Einführung einer Kleinbahn ähnlich dem Büsumer ‚Krabben-Express‘. Die Besucher könnten Brunsbüttel während der Hauptsaison einfach und bequem, vielleicht auch noch in Begleitung eines Fremdenführers, der die Gäste mit Informationen versorgt, mit dem urigen Verkehrsmittel erkunden“, so Wulf. Informationen rund um die Schleusenstadt und deren Hinterland sollen die Reisenden künftig bereits auf der Fähre erhalten. „Wir möchten den Touristen zumindest die Möglichkeit einräumen sich während der rund 70-minütigen Überfahrt über Brunsbüttel zu informieren“, sagt die Stadtmanagerin. Zudem ist die Errichtung einer Informationstafel unmittelbar am Fähranleger geplant, ebenso wie eine Unterstellmöglichkeit für wartende Reisende. Das größte Manko für Ortsfremde ist die bislang karge Ausschilderung – am Fähranleger beschleicht diese schnell das Gefühl, irgendwo im Nirgendwo zu stehen und nicht genau zu wissen, in welcher Richtung sie die Stadt finden.

In den nächsten Wochen sollen daher Schilder aufgestellt werden. „Bislang konnten wir nur auf ein kleines Kontingent alter Schilder zurückgreifen und einige provisorische Wegweiser aufstellen, die den Reisenden sowohl den Weg in Richtung Fähre als auch zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt aufweisen“, erklärt Stefan Mohrdieck. Nachdem offiziell wurde, dass die Fährverbindung auch tatsächlich wieder reaktiviert werden soll, wurde das Bauamt der Stadt damit beauftragt, einen Plan zu fertigen und den Bedarf an Schildern zu ermitteln. „Die Schilder wurden bestellt und sollten eigentlich in der nächsten Zeit kommen“, so Mohrdieck.

Neben der Freude über die neue Fährverbindung und die unerwartet große Resonanz macht sich bei dem Bürgermeister derzeit jedoch zunehmend Verärgerung über das Verhalten und Vorgehen einiger Brunsbütteler breit. „Es ist eine Sache, wenn die Kritik geäußert wird, dass die Stadt bislang noch nichts getan habe, um Touristen in die Schleusenstadt zu führen. Völlig kontraproduktiv und unfair ist es jedoch, wenn von Seiten unserer Kaufmannschaft bei der Wirtschaftsförderung in Cuxhaven angerufen wird und man dort verbreitet, das wir es in Brunsbüttel angeblich nicht selber hinkriegen würden Verkehrsschilder aufzustellen und dafür deren Hilfe benötigen“, zeigt sich Mohrdieck entrüstet. Dass die Stadt bislang noch nicht über Schilder in ausreichender Zahl verfüge entspreche durchaus den Tatsachen. Jedoch weist der Bürgermeister den Vorwurf von sich und seinen Mitarbeitern, dass dies der Untätigkeit geschuldet sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen