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Europawahl : Nichts den Anti-Europäern überlassen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Volkshochschule Glückstadt veranstaltet Podiumsdiskussion zur Wahl. Politiker warnen vor niedriger Wahlbeteiligung

Die Wahlkarten sind bereits verschickt. Vom 22. bis 25. Mai wählen die Europäer ihr neues Parlament in Straßburg. Laut einer aktuellen Umfrage des ARD-Deutschlands-Trends interessieren sich zwei Drittel der deutschen Wähler nicht oder kaum für die anstehende Abstimmung. Das europäische Parlament (EP) scheint für viele Menschen offenbar weit entfernt – die Aufgaben und Funktionen seiner Mitglieder diffus. Für interessierte Glückstädter bot Kay Mordhorst im Rahmen der Veranstaltungsreihe VHS Forum Aktuell der Volkshochschule mit einer Podiumsdiskussion eine Gelegenheit, sich näher mit der Europawahl auseinanderzusetzen.

Unter den knapp 50 Besuchern der Veranstaltung in der Aula der Glückstädter Werkstätten waren auch Schüler des 12. Jahrganges des Detlefsengymnasiums. Gemeinsam mit Lehrer Jasper Kock hatten sie Fragen ausgearbeitet, die Moderator Kay Mordhorst als Grundlage für die Veranstaltung nutzte. „Für uns als Erstwähler war es gut, die Politiker mal aus der Nähe zu sehen“, sagten Sascha Letje und Finn Plotz nach der Diskussion. „Nicht alle unsere Fragen wurden beantwortet, aber das hatten wir auch nicht erwartet.“

Zur Sprache kamen in der gut zweistündigen Diskussion Themenkomplexe wie die europäische Außen- und Sicherheitspolitik oder die aktuellen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Vor allem nutzten die anwesenden Europa-Politiker der sechs im Bundestag und schleswig-holsteinischen Landtag vertretenen Parteien aber die Gelegenheit, um über die Arbeit des Parlaments in Straßburg aufzuklären und für dessen Stärkung und die europäische Idee allgemein zu werben.

„Wir brauchen ein starkes europäisches Parlament, damit Entscheidungen nicht undemokratisch in Hinterzimmern gefällt werden“, erklärte der grüne EP-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht. Seine parlamentarische Kollegin Ulrike Rodust (SPD) warnte eindringlich vor einer niedrigen Wahlbeteiligung am 25. Mai, die möglicherweise zu einer Stärkung extremistischer Kräfte im EP führe: „Die Errungenschaften Europas, insbesondere der 60-jährige Frieden, sind ein sehr kostbares Gut. Wir dürfen nicht ruhig bleiben, wenn Anti-Europäer und Faschisten stärker werden. Jede Stimme für Demokraten ist wichtig.“ Ähnliche Sorgen äußerten auch Martina Pöser (Piraten) und Stefan Karstens (Linke).

EP-Kandidat Niclas Herbst (CDU) erläuterte, warum die europäische Zusammenarbeit für Schleswig-Holstein Vorteile bringt: „Die EU ermöglicht regionale Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg. Wir als Schleswig-Holsteiner haben oft mehr gemeinsame Interessen mit anderen Küstenländern wie den Niederlanden als beispielsweise mit Bayern oder Baden-Württemberg.“

Die Steinburger Europa-Abgeordnete Britta Reimers (FDP) erinnerte daran, dass die europäische Politik direkte Auswirkungen bis auf die kommunale Ebene hat. Als Beispiel nannte sie den geplanten Ausbau der Stromnetze, der auch den Kreis Steinburg beeinflussen wird.

Für die Schüler des Detlefsengymnasiums war der Abend aufschlussreich. Sie wollen auf jeden Fall wählen gehen.

Kay Mordhorst möchte weitere Diskussionsrunden veranstalten – allerdings vorerst nicht zum Thema Wahl: „Die nächsten Wahlen sind ja noch lange hin.“



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