Winterflohmarkt : Nicht nur für Schnäppchenjäger

Manfred Siekmann nutzte den Weihnachtsflohmarkt, um Gelder für den guten Zweck zu sammeln.
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Manfred Siekmann nutzte den Weihnachtsflohmarkt, um Gelder für den guten Zweck zu sammeln.

50 Aussteller boten beim Winterflohmarkt in Brunsbüttel nicht nur ein buntes Angebot – auch für ein Unfallopfer aus Brokdorf wurde verkauft.

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01. Dezember 2014, 17:12 Uhr

Den ersten Sonntag im Advent nutzten zahlreiche Schnäppchenjäger für einen Besuch der Sporthalle auf der Brunsbütteler Südseite. Über 50 private Flohmarkthändler lockten dort, auf Einladung der Initiative Brunsbüttel-Süd (IBS) zum fünften Mal mit den unterschiedlichsten Waren für kleines Geld. Bereits bevor sich die Türen der Sporthalle offiziell für die Besucher öffneten, wechselten die ersten Artikel ihre Besitzer.

Zu den zahlreichen Anbietern zählte Manfred Siekmann aus Krumstedt. „Die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf der Sachen spende ich an eine Organisation aus Kiel, die sich um Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose kümmert“, so der Ruheständler.

Wie Siekmann nutzten auch Susanne Hartmann, Silke Schulz, Petra Junge und Gabriele Grimsmann aus Brunsbüttel den vorweihnachtlichen Flohmarkt um Gelder für einen guten Zweck zu sammeln. Bereits im Sommer konnten sie mit weiteren Unterstützern auf dem längsten Flohmarkt der Westküste 1000 Euro einnehmen. Geld, das dem 31-jährigen Christopher Calm und seiner Familie zugute kommt. Der hauptamtliche Sportlehrer und Trainer verletzte sich Anfang April bei einem Autounfall schwer und ist seither querschnittsgelähmt. Unter dem Motto „Challenge Accepted“ kämpft sich der Brokdorfer für sich, aber auch für seine Frau und den gemeinsamen, zweijährigen Sohn zurück ins Leben.

„Wir sind überaus glücklich, dass wir auch in diesem Jahr wieder für alle Standplätze Abnehmer gefunden haben“, so Organisator Axel Wendt. Der Winterflohmarkt und das Ausstatten der Fährstraße mit 26 leuchtenden Weihnachtssternen zählen zu den beiden letzten Unternehmungen, die der Verein im Jahr durchführt. „In diesem Jahr haben wir unsere Aktivitäten nach einem anstrengenden Jahr 2013 mal etwas heruntergefahren“, so der Vereinsvorsitzende. Insbesondere die große Fotoausstellung samt Schultreffen zehrte an den Kräften der 70 Vereinsmitglieder. Daher wurde einstimmig beschlossen, das laufende Jahr etwas ruhiger angehen zu lassen.

„Ganz tatenlos waren wir natürlich nicht“, so Wendt. Nach der Veröffentlichung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für den südlichen Teil Brunsbüttels, der eine komplette Umsiedlung der Südseitenbewohner ins Gespräch brachte, hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, ein eigenes Stadtentwicklungskonzept zu entwickeln. „Wir sind derzeit in der Findungsphase, in der wir erst einmal die aktuellen Gegebenheiten unter die Lupe nehmen, notieren und Kontakte knüpfen“, erklärt Axel Wendt. Das Konzept soll in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern des betroffenen Stadtteils entstehen. Doch auch die Industrie vor Ort soll in die Planungen mit eingebunden werden.

Erste fruchtbare Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel habe es bereits gegeben, sagt Wendt. Diese haben unter anderen dazu geführt, dass im kommenden Jahr erste kleinere Maßnahmen in Angriff genommen werden können. So ist etwa angedacht, neben Wegweisern für Touristen auf der Südseite eine Tafel für Reisende am nördlichen Fähranleger aufzustellen. Diese soll Informationen darüber liefern, was der südliche Stadtteil zu bieten hat. „Es wird wirklich Zeit, dass der südliche Stadtteil dieses Negativklischee loswird“, betont der IBS-Vorsitzende. Insbesondere die Kritiker aus Bevölkerung, Politik und Verwaltung sollen im Sommer zu einem Stadtteilfest in Zusammenarbeit mit dem WSA und der Strandbar Copacanala eingeladen werden. In lockerer und entspannter Atmosphäre sollen die Gäste nicht nur die Möglichkeiten erhalten, den südlichen Stadtteil aus einer anderen Sicht betrachten zu können. „Zusätzlich zu dem Stadtentwicklungskonzept werden wir mit den Planungen für die Fotoausstellung 2016 beginnen müssen. Schließlich wollen wir unseren Gästen etwas Neues bieten“, so Axel Wendt.

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