Nicht auf Zeit spielen

shz.de von
02. September 2015, 18:56 Uhr

Chaos auf Bahnhöfen in Ungarn, hunderte erschöpfte Flüchtlinge, die vorgestern in Bayern eintrafen und die schrecklichen Meldungen über die Todesfälle an der Autobahn in Österreich vergangene Woche – der Blick in die Nachrichten macht eins mehr als deutlich: Es gibt bundesweit Bedarf für weitere Erstaufnahmeeinrichtungen und der wird vermutlich in der näheren Zukunft eher wachsen als sinken. Dass Jens Lange den Behörden dafür die Kaserne in Glückstadt anbietet, ist daher sicherlich folgerichtig und sinnvoll.

Ob die Anlage wirklich geeignet ist, liegt im Entscheidungsbereich der Experten des Innenministeriums in Kiel und die wären gut beraten, die Prüfung nicht zu lange hinaus zu schieben. Denn was Lange als Unternehmer braucht, sind klare Ansagen, was geht und was nicht geht. Man muss kein Wirtschaftsweiser sein, um zu erkennen, dass er seine ursprünglichen Pläne mit dem Gelände weiterverfolgen muss, wenn keine Signale aus Kiel kommen – denn die Kaserne kostet leer täglich bares Geld. Verstreicht zu viel Zeit, wird eventuell eine gute Möglichkeit für eine menschenwürdige Unterbringung verschenkt – mit der Folge, dass noch mehr Menschen in Sporthallen, Zeltstädten und Containern untergebracht werden müssen.

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