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Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 03:08 Uhr

Jugenparlament : Neuwahlen im November

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Macht und Einfluss statt Langeweile: Das Jugendparlament hat in Itzehoe Mitspracherecht in allen politischen Ausschüssen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 05:03 Uhr

Das neue Haus der Jugend (HdJ) bauen und seine Angebote mitbestimmen, den Schulhof der Klosterschule und einen Skaterpark umgestalten, das Projekt „Pfand gehört daneben“ in der Stadt durchsetzen und zu Sitzungen im Rathaus zusammenkommen: Alltag der Stadtpolitiker, so denkt man. Stimmt auch. Was zuerst aber wohl eher nicht in den Sinn kommt: Es ist der Alltag von Itzehoer Jugendparlamentariern. Sie haben sich in ihrer aktuellen Legislaturperiode lange Zeit für den Bau eines neuen HdJ in der Stadtpolitik eingesetzt und den Antrag für die Umgestaltung des Schulhofes der Klosterschule selbst eingebracht. In der Woche ab dem 20. November wird das Jugendparlament neu gewählt. Bis zu 15 Plätze gibt es im Parlament, Bewerbungen sind ab sofort möglich.

„Die Interessen von Jugendlichen werden mehr beachtet, wenn jemand mit einem Jugendparlament-Kapuzenpullover im Ausschuss sitzt“, sagt der Leiter des Kinder- und Jugendbüros, Carsten Roeder, der den Nachwuchs bei seiner Arbeit begleitet. Das Jugendparlament ist durchaus eine ernste Sache, denn städtische Politiker müssen sich in ihren Ausschüssen mit den Anliegen der Jugendlichen beschäftigen. Die haben nämlich Rederecht und dürfen Anträge einbringen – haben also eine gewisse politische Macht. Das ist in dem Alter alles andere als selbstverständlich – und deshalb spannend.

Seit 1994 besteht das Jugendparlament in Itzehoe und wird eigentlich alle zwei Jahre gewählt, zuletzt 2014. Das aktuelle Parlament existierte ein Jahr länger, weil die Wahl in diesem Jahr mit allen anderen Jugendparlamenten des Landes zusammen stattfinden soll. So erhofft man sich mehr Aufmerksamkeit. An mehr als 40 Orten wird laut Roeder gewählt. 2816 wahlberechtigte Itzehoer von 10 bis 18 Jahren waren 2014 zur Wahl aufgerufen. Knapp ein Drittel von ihnen nahm in Schulen und Jugendeinrichtungen sein Wahlrecht wahr.

Dominique Hauschild war einst Mitglied des Jugendparlamentes und ist heute dessen Sekretär. „Ich fand es cool, auf Reise zu gehen, andere Leute kennenzulernen und mit denen über Projekte zu sprechen, die man später umsetzt. Wenn man Lust hat, etwas zu bewegen, ist man hier genau richtig“, sagt er. Für Jugendparlamentarier gibt es überall in Europa Veranstaltungen. Die Teilnahme ist freiwillig.

„Wir organisieren auch selbst kleine Events, bei denen wir Jugendliche zusammenbringen“, sagt Mitglied Janne Harder. Zuletzt hatte es auch ein Treffen mit Finanzministerin Monika Heinold gegeben, aber so viel um Politik gehe es insgesamt gar nicht, heißt es von den Parlamentariern. Man müsse kein übergroßes Interesse an Politik haben und nicht zu jeder Ausschuss-Sitzung rennen. Bewerben solle sich, wer gerne Projekte in Itzehoe umsetzen möchte.

Alle zwei Wochen trifft sich das Jugendparlament zu seinen Sitzungen im Rathaus. Wenn das neue HdJ fertig ist, wird vielleicht dort getagt. Ein Budget von 2000 Euro haben die Jugendlichen jährlich für ihre Projekte. Das kommende Jugendparlament solle sich zum Beispiel weiter für die „Pfand gehört daneben“-Aktion einsetzen, damit Flaschensammler nicht mehr in Mülleimern wühlen müssen, wünschen sich die aktuellen Parlamentarier. Ziel sei es, die Stadt attraktiver zu machen, sagt die Vorsitzende Laura Dombert. Und das kann ja jeder Itzehoer nur gutheißen – ob jugendlich oder nicht.

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