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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 15:07 Uhr

Neustart für Gemeinschaftsschule

vom

Mit personellem Optimum und pädagogischem Vorzeige-Konzept ins neue Schuljahr / Anmeldungen weiterhin möglich

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Erhitzte Gemüter und offene Fragen prägten den sehr gut besuchten Informationsabend, der am Dienstag in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp in Itzehoe-Wellenkamp stattfand. Über die Zukunft der Schule und den aktuellen Stand der Dinge informierten die neue kommissarische Schulleiterin Ingrid Ludwig, Schulrätin Gisela Zimmermann, Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung.

Zurzeit zählt die Gemeinschaftsschule 248 Schüler, nur 28 Anmeldungen hatte die Schule für das beginnende Schuljahr erhalten. Den Grund für die niedrigen Anmeldezahlen sahen Schule und Eltern vor allem in der negativen Außendarstellung der Schule. Vor den Sommerferien hatte Schulrätin Gisela Zimmermann gegenüber unserer Zeitung angegeben, die Schule nehme keine Anmeldungen für die fünfte Klasse mehr an. Dafür, dass sie Schule und Eltern vorher nicht darüber informiert hatte, entschuldigte sie sich jetzt.

Anmeldungen sind weiterhin möglich - und nötig. Denn nur mit mindestens zweizügiger Schülerschaft sei ein Fortbestehen der Schule langfristig gesichert. Dazu sollen Eltern an den umliegenden Grundschulen im Januar darüber befragt werden, ob sie ihre Kinder an der Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp anmelden werden. Wenn dann nicht genügend Ja-Stimmen zusammen kommen, wird es keinen weiteren Anmeldevorgang geben, so Zimmermann.

Eine Befragung allein reiche allerdings nicht aus, um die Schülerzahlen zu stabilisieren, gab der stellvertretende Elternvertreter Mike Birkelbach zu bedenken. Von Schulrätin Zimmermann forderte er, ihren Fehler wieder gerade zu rücken. Auch Eva-Maria Gruitrooy, Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses der Stadt Itzehoe, meinte: "Nicht erst im Januar, sondern heute muss der Auftakt sein!" Heidi Ehlers, Mutter aus Lägerdorf: "Das positive Bild von früher muss wieder hergestellt werden!" Das "wunderbare pädagogische Konzept" und die überschaubare Größe müssten als Vorteil genutzt und "statt alter Querelen" in den Vordergrund gerückt werden.

Seit geraumer Zeit verfolgt die Schule ein pädagogisches Konzept, das auf selbstständigem Lernen basiert. Zudem ist sie mit aktuell zehn Hauptschul-, fünf Realschul- und zwei Gymnasiallehrern laut Schulrätin Zimmermann mit einem "personellen Optimum" ausgestattet.

Trotzdem sei nach Meinung von Schule und Eltern eine baldige Verbesserung der baulichen und räumlichen Situation in der Schule notwendig: Insbesondere die Raumnot, der Zustand der Fachräume und die Medienausstattung lassen stark zu wünschen übrig. Auch eine Gewährleistung des Nachmittagsunterrichts und eines Mittagessens in der Schule wurden gefordert. Voraussetzung für die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Instandsetzung der Schule seien höhere Anmeldezahlen, so Arndt.

"Diese Schule braucht einen Neustart!", bekräftigte Koeppen. Er als Wellenkamper und Bürgermeister der Stadt werde sich persönlich dafür einsetzen, dass der Standort erhalten bleibt - mindestens als Außenstelle einer anderen Itzehoer Schule. Und er forderte, dass alle Schüler hier ihren Schulabschluss machen können. Dazu seien konkrete Gespräche bereits aufgenommen worden. "Es kann nicht sein, dass eine etablierte Schule sang- und klanglos untergehen muss."

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