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Nach zweijähriger Bauzeit Einweihung des Gebäudes am Geestrand : Neues Wasserwerk gefeiert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vor über 100 Jahren wurde in Wilster der Beschluss für den Bau eines Wasserwerks am Klever Geestrand gefasst. 1914 entstand das erste Wasserwerk, jetzt wurde ein Neubau eingeweiht, dessen Bauvolumen rund 1,8 Millionen Euro umfasst.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 19:07 Uhr

Es war ein historischer Moment als am 1. Januar 2010 der Wasserverband Unteres Störgebiet und die Stadtwerke Wilster den Gesellschaftervertrag abschlossen – mit dem Ziel, ein neues Wasserwerk am Geestrand in Kleve zu bauen. „Heute können wir das Ergebnis feiern“, sagte Verbandsvorsteher Norbert Graf, als er die Gäste zur Einweihung des Wasserwerks in der Straße Achtern Barg willkommen hieß. Den Gremien der Stadt Wilster (Gesellschaftssitz) und des Wasserverbands dankte er für die Entscheidung und die Gelder: In den Neubau wurden rund 1,8 Millionen Euro investiert. Besonders würdigte er aber den Einsatz der Geschäftsführer Ludger Schneider (Stadtwerke) und Thomas Voß (Wasserverband). Ihnen überreichte Graf Blumen und überließ dann Ludger Schneider das Rednerpult, der die Geschichte des Wasserwerks Revue passieren ließ.

Die Trinkwasserversorgung vom Klever Geestrand in die Marschenstadt geht über 100 Jahre zurück bis ins Jahr 1911. Am 7. September des Jahres erfolgte die erste Versammlung der durch eine Bürgerversammlung gewählten Kommission für die Vorarbeiten zur Errichtung eines Wasserwerkes. Der Beschluss: Bau eines Wasserwerkes und Probebohrungen am Geestrand bei Kleve. 1912/13 folgten Pumpversuche, im März 1913 ergab der Untersuchungsbefund der Königlichen Landesanstalt für Wasserhygiene, dass das Klever Wasser als weich und geeignet für Wirtschafts- und Haushaltszwecke befunden wurde. 1914 wurde schließlich das erste Wasserwerk für die Versorgung der Stadt Wilster gebaut. Schneider beschrieb die Anfänge der Wasserentnahme. 1950/51 wurde an gleicher Stelle ein neues, größeres Wasserwerk gebaut. „Pumpen-, Filter- und Verdüsungsgebäude wurden so groß bemessen, dass ein späterer Ausbau zur Erreichung einer höheren stündlichen Leistung gewährleistet war.“ 1956 erfolgte die Entnahme von Wasser aus dem Wasserwerk Kleve vom Wasserbeschaffungsverband Unteres Störgebiet. 1960 wurde ein neuer Wasserliefervertrag mit dem Verband abgeschlossen, 1961/62 das Wasserwerk weiter ausgebaut, ebenso 1964. Zuletzt wurde 1974 noch ein zusätzlicher Brunnen gebaut, „da der Wasserverbrauch enorm gestiegen war“. Danach gab es keine größeren Maßnahmen mehr. Bis das alte Wasserwerk in einem Zustand war, der schließlich zur Entscheidung für den Neubau führte. Über den informierte Thomas Voß die Gäste. Zunächst aber dankte er den Nachbarn, die die vergangenen zwei Jahre die baulichen Belastungen ertragen, aber auch mitgetragen hätten. Voß erinnertedaran, dass nach Erteilung der Baugenehmigung 2011 der erste Spatenstich erfolgte. Noch im selben Jahr entstand der Rohbau, der Innenausbau startete Anfang 2012, der Außenbereich folgte. Im Spätherbst vergangenen Jahres wurde dann erstmals Wasser gefahren. Innerhalb kürzester Zeit sei Trinkwasserqualität erreicht worden, das zu Jahresbeginn bereits nach Wilster geleitet wurde. Durch den langen Winter dauerten Restarbeiten bis zum Einweihungstag. Die Anlage fährt mit zwei Filterstraßen, die je 260 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereiten. Eine Erweiterung um eine 3. Filterstraße sei noch möglich. Leider sei ein Brunnen „abgegangen“, darum müsse bis Ende des Jahres noch ein neuer Brunnen gebaut werden. „Es wird irgendwie nie langweilig“, meinte Voß, der zum Schluss allen beteiligten Firmen und Mitarbeitern dankte. Er betonte, dass durch die GmbH eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Wilster gewachsen sei.

Kritische Töne schlug allerdings bei der Feier Kleves Bürgermeister Werner Matthießen an. Seit fast 100 Jahren werde von Kleve aus das Wasser gefördert. Durch das Wasserschutzgebiet gelten höhere Auflagen als für andere Gemeinden. Das sei kostspielig, doch nie habe Kleve dafür einen Pfennig beziehungsweise Cent erhalten. Der Bürgermeister fordert die politische Entscheidung für einen Kostenausgleich.

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